Kriegsjahre in der Stadt

Das Elektrizitätswerk von Georg Pausch um 1912. Kronprinz Rupprecht von Bayern interessierte sich sehr dafür.
Lokales
Pfreimd
13.12.2014
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Die Namen von gefallenen Pfreimdern, Kriegsheimkehrerfeiern: Exakt ein Fünftel des Seitenumfangs der Jahresschrift Nr. 30 ist anlässlich des 100. Jahrestages, an dem der Erste Weltkrieg begann, mit den Ereignissen der Kriegsjahre in der Stadt gefüllt.

(hm) Die 30. Jahresschrift 2014 des "Stadtturms" ist eine Fundgrube an Heimatgeschichte. Vier Autoren haben daran gearbeitet. Helmut Friedl setzt sich im ersten Beitrag mit dem Ersten Weltkrieg intensiv auseinander. Er geht auf örtliche Gegebenheiten ein und nennt die Soldaten aus Pfreimd. Teilnehmer- und Verlosungslisten für die geplanten Heimkehrerfeierlichkeiten, Eintragungen im Ehrenbuch, Rekrutierungsstammrollen und die Namenslisten am Pfreimder Kriegerdenkmal bieten hierzu die Grundlage.

76 gefallene Pfreimder

Aus Pfreimd (ohne Iffelsdorf, Untersteinbach und Oberpfreimd) waren 330 Männer zum Kriegsdienst mobilisiert worden. Die Zahl der gefallenen und vermissten oder durch Verwundung in den Lazaretten verstorbenen Soldaten liegt bei 76 Personen. Nach Kriegsende kehrte die Mehrzahl der überlebenden Kriegsteilnehmer wieder nach Pfreimd zurück. Die Stadt würdigte im Februar 1919 die Kriegsteilnehmer mit einer Ehren-Dankes-Feier. Hierzu wurden die Krieger in die vier Pfreimder Gasthöfe zu einem Ehrenmal eingeladen.

Josef Eimer aus Wernberg-Köblitz nimmt eine Begegnung von Kronprinz Rupprecht von Bayern und Georg Pausch aus Untersteinbach im Juli 1914 zum Anlass, die Verbundenheit zwischen dem Wittelsbacher und dem Mühlbesitzer näher zu beleuchten. Besonders interessierte den Sohn König Ludwigs III. das von Pausch betriebene Elektrizitätswerk in Untersteinbach. Bereits 1908 hatte Pausch mit der Stadt zwei Verträge geschlossen: Einer regelte die Stromlieferung für die Straßenbeleuchtung, der andere für Licht und Kraft.

Dem Thema "Tankstellen in Pfreimd" widmet sich in einem ausführlichen Beitrag Günther Friedl. Bedingt durch die durch Pfreimd verlaufende Bundesstraße waren für den Betrieb einer Tankstelle die besten Voraussetzungen gegeben. 1926 wurde die erste Pfreimder "Zapfstelle" in der Freyung 34 von Josef Lotter in Betrieb genommen.

Schule auf dem Eixlberg

Mit der Umsetzung der ab 1802 verordneten Schulpflicht befasst sich Josef Eimer in seinem zweiten Beitrag. In diesem Zusammenhang taucht auch der Eixlberg als Stätte des Unterrichts auf. 1821 berichtet der Lokalschulinspektor Philipp Müller, "dass die Kinder von Nessating auf den Eixlberg in die Schule zu gehen die Erlaubnis haben".

Vor 500 Jahren kam es zur erstmaligen Ausprägung datierter leuchtenbergischer Münzen. Dieses "Jubiläum" nimmt Helmut Friedl zum Anlass, das dem Landgrafen Johann I. von Leuchtenberg von Kaiser Karl IV. im Jahr 1367 verliehene Privileg, in der Landgrafschaft eine eigene Silbermünze zu schlagen, zu beleuchten.

Der letzte Beitrag stammt von Hans Paulus, der eine fürstlich leuchtenbergisch-nassauische Hochzeit vom 6. Juli 1559 in Dillenburg beschreibt. Die Braut Landgräfin Elisabeth von Leuchtenberg wurde am 27. Januar 1538 im landgräflichen Schloss zu Pfreimd geboren. In ihrer Ehe mit Graf Johann VI. von Nassau-Dillenburg gebar sie 14 Kinder.

Die Jahreschrift ist zum Preis von 9,50 Euro in Pfreimd bei Druck+Papier Eisenreich sowie Männermode Tröster erhältlich.
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