Nachbarschaftshilfe Pfreimd läuft unter Trägerschaft der AWO - Pilotprojekt startet im Oktober
Das Kind bekommt einen Namen

Pfreimd
08.08.2012
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"Unser Kind wird gut aus der Taufe gehoben, das schaffen wir". Darin sind sich Bürgermeister Arnold Kimmerl, AWO-Ortsvorsitzender Norbert Süß, Seniorenbeauftragter Helmut Butz und Projektleiterin Manuela Radtke einig. Die Rede ist von der "Pfreimder Nachbarschaftshilfe", die am Montagabend in die Wiege der Arbeiterwohlfahrt gelegt wurde: Sie übernimmt die Trägerschaft für das Pilotprojekt.

Auf Landkreisebene entsteht ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept, das älteren Bürgern das Wohnen in den eigenen vier Wänden so lange wie möglich gewährleisten soll - auch mit gesundheitlichen Problemen oder Einschränkungen in der Mobilität. Das geht in vielen Fällen nicht ohne Unterstützung. Hier setzt der Gedanke der Nachbarschaftshilfe vor Ort an. In Pfreimd verfolgte der frühere Seniorenbeauftragte Peter Woelky die Idee mit Beharrlichkeit. Nicht ohne Grund: Von den 5464 Einwohnern sind 990 - also 18 Prozent - über 65 Jahre alt. Im Jahr 2020 liegt der Anteil der über 65-Jährigen bei 1180 und 2030 bei 1420 Einwohnern.

Vertrauen aufbauen

Zusätzlichen Schwung bekam das Projekt durch staatliche Fördermöglichkeiten. Am runden Tisch haben sich die Vertreter von Stadt und AWO, der Behindertenbeauftragte und Projektleiterin Manuela Radtke schon zwei Mal getroffen. Auch Fragebögen zu den Wünschen und der Bereitschaft zu helfen, wurden versandt. Etwa zehn Helfer haben sich gemeldet - mehr als Hilfesuchende. "Das muss sich einspielen", sind die Initiatoren überzeugt. "Man muss miteinander bekannt werden, es müssen sich Vertrauensverhältnisse aufbauen", meint Bürgermeister Kimmerl. Und die Helfer sollen wissen, dass sie sich zeitlich kein Korsett anlegen müssen. Es gibt auch keine Mitgliedschaft. Die Dienste sind kostenlos, bis auf die Auslagen - beispielsweise für Fahrdienste. Finanzieren soll sich das Projekt durch Spenden.
Um es "auf eine breite Basis mit bekannten Gesichtern" zu stellen, gibt es laut Manuela Radtke neben dem runden Tisch ein Kuratorium, in dem Stadt, Kirchen, sozial engagierte Vereine, Familien-, Senioren- und Behindertenbeauftragte tätig sind. Multiplikatoren, die Akzeptanz schaffen.

Koordinator Helmut Butz

Zwei entscheidende Schritte wurden nun getan: Das Projekt läuft unter der bewährten Regie der Arbeiterwohlfahrt Pfreimd, ist doch fundiertes Know-how - beispielsweise in versicherungstechnischen Fragen - nötig.

Die Koordination der Anrufe wird Seniorenbeauftragter Helmut Butz übernehmen. Hier können sich Helfer und Hilfesuchende melden. "Es rufen schon welche an", freut sich Butz. Auch Peter Woelky hatte ähnliche Erfahrungen gemacht: Nach einer Operation ist Hilfe im Garten gefragt, soll der Hund Gassi geführt, eingekauft werden. Im Oktober wird das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert. Bis dahin sollen die Angebote definiert, die Flyer verteilt sein. Dabei muss immer bedacht werden, "dass es Nachbarschaftshilfe sein und keinen Handwerker oder Pflegedienst ersetzen soll", so Helmut Butz. Für die Helfer gibt es eine Schulung über Datenschutz und Verschwiegenheitspflicht. Hier werden kleine Handgriffe im Umgang mit Rollstühlen gezeigt. Butz bringt es auf einen Nenner: "Das Ganze muss wachsen, es wird sich zeigen, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln".
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