Pfreimd auf den Schild heben

Die Gemeinde Trausnitz hat ihr Hinweisschild im Alleingang realisiert. Nun startet auch Pfreimd einen neuen Versuch. Nach der Ablehnung im alten Gremium werden neue Verhandlungen mit der Autobahndirektion aufgenommen. Bild: Götz
Lokales
Pfreimd
05.05.2015
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Eine Tafel mit Geschichte: Der Stadtrat ließ das Thema "touristische Hinweisschilder" nach sieben Jahren wieder aufleben. Die Verwaltung nimmt erneut Kontakt zur Autobahndirektion auf, zumal bei den Kosten die Werbegemeinschaft im Boot ist.

"Es war Thema in einer meiner ersten Sitzungen", erinnerte sich Bürgermeister Richard Tischler an die Diskussion, als er noch neu im Stadtrat war. Vor rund sieben Jahren bemühte sich die Stadt in einem Gemeinschaftsprojekt mit Trausnitz um die Genehmigung touristischer Hinweistafeln an der A 93 in beiden Fahrtrichtungen.

Vorgesehen war eine bildhafte Darstellung sowohl der barocken Schmuzerkirche in Pfreimd als auch der Burg Trausnitz als Doppelmotiv. Geht nicht, sagte die Autobahndirektion. Trausnitz legte daraufhin einen Alleingang hin. Seit 2008 grüßt Burg Trausnitz kurz vor der Ausfahrt Pfreimd. Es wäre wohl auch ein Pfreimder Schild möglich gewesen, doch nach langer Debatte über den Sinn der Tafeln entschied das damalige Gremium mit 11:10 Stimmen das Thema zu beerdigen.

Beharrlicher Fürsprecher

Im Lauf der Jahre brachte der früherer Stadtrat Josef Hägler das Thema immer wieder zur Sprache, versprach sich davon eine positive Imagepflege der Stadt und signalisierte eine Kostenbeteiligung durch die Werbegemeinschaft. Die Stadt wandte sich nun im Februar erneut an die Autobahndirektion Nordbayern. Hier war zu erfahren, dass die Möglichkeit, eine Tafel mit nur einem Ziel zu beantragen, nach wie vor bestehe. Einem ersten Überblick zufolge dürfte an der A 93 im Zulauf der Anschlussstelle Pfreimd grundsätzlich noch ein Standort je Fahrtrichtung verfügbar sein. Zu prüfen wäre im Vorfeld der "touristische Premiumsrang". Im Jahr 2008 gab es noch Fördermittel über den Tourismusverband Ostbayern. Das ist derzeit nicht der Fall, so dass mit Kosten für zwei Schilder von rund 10 000 Euro gerechnet werden müsse, schätzt die Direktion.

CSU-Stadtrat Mirko Hägler betonte in der Sitzung, dass die Werbegemeinschaft 50 Prozent der Kosten - egal wie hoch sie ausfallen - übernehme. SPD-Stadtrat Günther Strehl befürwortete die Tafeln, allerdings mit einer Darstellung der Landgrafenstadt. Mirko Hägler berichtete über ein Gespräch, das er am Rande einer Tagung mit dem Präsidenten der Autobahndirektion geführt habe. Demnach könne auch ein alternatives Motiv zur Schmuzerkirche geprüft werden.

Petra Stubenvoll (FW) konnte in einer Beschilderung nach wie vor keinen Nutzen für die Stadt erkennen: "Deshalb fährt niemand raus". Für Rupert Schichtl (ÖDP) ist das Ganze eine "Modegeschichte." "Wer nicht wirbt, der stirbt", kommentierte hingegen Dritter Bürgermeister Hubert Betz (ÖDP). "Es ist wichtig, dass Pfreimd dran steht", meinte Manfred Bruckner. Die Beschilderung müsse als Mosaikstein zur Imagepflege der Stadt betrachtet werden. Vor sechs Jahren sei das Thema leider zerredet worden.

Günstige Marketingaktion

Den Namen lesen unzählige Autofahrer, gab Klaus Summer (CSU) zu bedenken und befürwortete die günstige Marketingaktion. Mit zwei Gegenstimmen von Petra Stubenvoll und Norbert Wagner sprach sich der Stadtrat dafür aus, das Projekt wieder aufzurollen.
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