Sanierung bis unter die Haut

Alt und Neu sind geschickt verbunden und geben dem Gebälk wieder Stabilität. Bild: Götz
Lokales
Pfreimd
07.11.2014
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Wenn der Storch gen Süden fliegt, dürfen die Bauarbeiter in der Klosterkirche "einfliegen". Adebar verordnet dem Staatlichen Bauamt ein enges Zeitkorsett bei der Sanierung der Klosterkirche. Derzeit wird im Zwiebelturm - in der jetzigen Bauphase ohne "Haut" - gearbeitet.

Der große Dachstuhl der Kirche war im Vorjahr an der Reihe. Die Balken, überwiegend Fichtenholz, waren an manchen Stellen abgefault, Verbindungen hatten sich gelöst, das riesige Konstrukt hing in der Mitte 25 Zentimeter durch.

In aufwändiger Arbeit gelang Planern und der bauausführenden Zimmererfirma Multerer aus Neukirchen beim Heiligen Blut eine meisterhafte Rekonstruktion. Etliche Teile wurden ausgetauscht, um die Trägerfunktion wieder zu gewährleisten. Der "stehende Dachstuhl", eine typische Konstruktion der Spätgotik, ist behutsam saniert und in schmuckem Rot wieder eingedeckt. Bauabschnitt eins war somit abgeschlossen.

Auch heuer warteten Simon Sieß, Abteilungsleiter Hochbau für Maßnahmen im Landkreis Schwandorf beim Staatlichen Bauamt Amberg- Sulzbach, bis sich Adebar im Spätsommer für den Abflug rüstete. Dann konnte mit Bauabschnitt zwei, Antonius-Kapelle und Turm, begonnen werden. Auch hier war die Konstruktion "verdrückt". Teile waren, warum auch immer, herausgeschnitten worden, andere verfault. Die Fachleute müssen Turm, Zwiebel, das Dachtragwerk sanieren. Ein Blick ins Kuppelgebälk zeigt, dass die Zimmerer früherer Zeiten ihr Handwerk verstanden. Doch auch die Schäden, die im Lauf der Zeit entstanden, waren unübersehbar.

"Das schöne Herbstwetter im Oktober und November kam den Arbeitern natürlich entgegen", freut sich Simon Sieß. Elemente am Turm, Fensterläden und Schall-Löcher waren zu restaurieren. Adebar beschert ein enges Baufenster. Turm, Einblechung und Wetterfahne sollen heuer fertig werden. Am Sockel der Antonius-Kapelle sind noch Putzarbeiten zu erledigen. Bis Weihnachten soll das Gerüst weg sein, so die Planung. Hier wird man allerdings die Malerarbeiten heuer wohl nicht mehr schaffen", meint Sieß. Für den Bauabschnitt zwei nimmt das Hochbauamt 360 000 Euro in die Hand.

Teil drei umfasst dann Apsis und Westempore. Wenn die Finanzmittel bereit stehen, sollen diese Projekte im nächsten Jahr angegangen werden.

"Das Kleinod Klosterkirche ist diesen Aufwand wert", so Sieß mit einem bewundernden Blick auf die Klosteranlage. Die Kirche wurde 1594 eingeweiht. Nach der Zerstörung durch die Truppen von Mansfeld im Jahr 1621 wurde sie 1630 von Landgraf Maximilian Adam wieder aufgebaut. 1744 ersetzte man die spitzige Turmkuppel durch eine Zwiebel.
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