Sicher leben in Pfreimd

Die Bürgermeister Martin Schwandner (Trausnitz) und Richard Tischler (Pfreimd; von links) im Gespräch mit dem Leiter der Nabburger Polizeiinspektion, Günther Vierl. Bild: Dobler
Lokales
Pfreimd
30.06.2015
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Statistisch gesehen ist es in Pfreimd im letzten Jahr sicherer gewesen als im Jahr zuvor. "Aber die Missbrauchsfälle sind noch nicht dabei", relativierte der Nabburger Polizeichef Günther Vierl bei seinem Besuch im Rathaus.

Zwei Dinge mag der Deutsche gar nicht: Wenn jemand in sein Haus einbricht oder wenn jemand sein Auto klaut. Beides ist in Pfreimd im Jahr 2014 kein einziges Mal passiert. "Das ist eine Statistik, mit der man gut leben kann", freute sich Bürgermeister Richard Tischler, da auch die anderen möglichen Delikte nicht so schlimm ins Gewicht gefallen sind.

Allerdings gab es sechs Drogenverstöße zu melden. "Haschisch und Crystal" nannte Günther Vierl in diesem Zusammenhang. "Wir ermitteln mit drei Leuten", informierte er und wies darauf hin, dass es sich bei der Rauschgiftkriminalität um ein sogenanntes Kontrolldelikt handelt, das maßgeblich von der Kontrolltätigkeit der Einsatzkräfte bestimmt wird. In der Praxis bedeutet dies, je mehr Kontrollen durchgeführt werden, umso mehr Aufgriffe stellen sich ein. Ein besonderes Lob galt in diesem Zusammenhang Diskothekenbesitzer Josef Reichl, der seinen Laden sauber halte.

"Wir haben den niedrigsten Stand seit zehn Jahren", fasste der Bürgermeister die Gesamtsumme von 149 Delikten zusammen, die im Vorjahr bei der Polizei aktenkundig wurden. Damit sank die Häufigkeitszahl von 30 auf 28 im Vorjahr, bei 5300 Einwohnern. In der Kriminologie wird die Häufigkeitszahl als Gradmaß für die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten je 1000 Einwohner einer Gemeinde bezeichnet. "Es gibt keinen Brennpunkt", machte Vierl deutlich. Die Aufklärungsquote betrug 59 Prozent.

Vierl rechnete vor, dass es 16 Fälle weniger waren als noch 2013, mit denen die Beamten zu tun hatten - wie gesagt, ohne die Missbrauchsfälle, die erst in der nächsten Sicherheitsstatistik auftauchen werden. Denn die Polizei hat erst im April dieses Jahres ihre Ermittlungen im Fall eines 55-Jährigen abgeschlossen, der im Verdacht steht, sich über Jahrzehnte hinweg an Kindern und Jugendlichen vergangenen zu haben. Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Amberg den Fall übernommen und Anklage erhoben.

Schwarzangler in Trausnitz

Eine noch geringere Häufigkeitszahl weist das kleine Trausnitz auf (knapp 1000 Einwohner) - und zwar fünf. Denn die Zahl der Straftaten ist in diesem zweiten Ort der Verwaltungsgemeinschaft im Jahr 2014 von sieben auf fünf zurück gegangen. "Die haben wir alle geklärt", versicherte Vierl. Statistisch ergibt das eine Aufklärungsquote von 100 Prozent, was Bürgermeister Martin Schwandner gerne hörte. Unter den Missetätern finden sich Schwarzangler und Bauern, die sich nicht richtig um ihre Tiere gekümmert haben.
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