SPD-Abgeordnete meinen: 10-H-Regelung macht künftige Vorhaben unmöglich
Windkraft geht die Luft aus

Welche Auswirkungen hat der Beschluss der Staatsregierung auf die Windkraft in der Oberpfalz? Dieses Thema besprachen (von links) SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder, Bürgermeister Richard Tischler, SPD-Landtagsabgeordneter Franz Schindler und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Norbert Auer im Rathaus. Bild: Tietz
Lokales
Pfreimd
20.11.2014
2
0

Auf die Genehmigung des geplanten Windparks bei Pamsendorf hat die von der Staatsregierung beschlossene 10-H-Regelung keine Auswirkungen mehr - wohl aber auf künftige Vorhaben. "Der Beschluss ist faktisch der Tod der Windkraft in Bayern", machte SPD-Landtagsabgeordneter Franz Schindler bei einem Besuch im Rathaus klar.

Zusammen mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und Norbert Auer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, war Schindler bei Bürgermeister Richard Tischler, um vom Stadtoberhaupt zu erfahren, wo der kommunalpolitische Schuh drückt. Eine große Rolle in diesem Gespräch spielte natürlich die Windkraft - respektive die Entscheidung im Maximilianeum, dass Windräder künftig einen Abstand des Zehnfachen ihrer Höhe zur nächsten Wohnbebauung haben müssen.

Kaum geeignete Flächen

Das tangiert den Investor auf dem Großen Kulm nicht mehr: Sein Antrag wurde nach "altem Recht" behandelt, weshalb ihm auch behördlicherseits grünes Licht für das Vorhaben gegeben wurde. Vorläufig. Denn gegen das Vorhaben zwischen Pamsendorf und Gleiritsch wird geklagt werden.

Für Franz Schindler war klar: Wird die 10-H-Regelung vor Gericht bestätigt, war es das mit der Windkraft im Freistaat. Würde sie angewandt und der Windatlas zugrunde gelegt, seien nur noch etwa 0,02 Prozent der Fläche geeignet. Bürgermeister Tischler mutmaßte, dass der Beschluss aus München, dazu dienen sollte, die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern. Das sah auch Marianne Schieder so: "Wer gegen die Windkraft demonstriert, demonstriert für die Atomkraft" - das habe sie Windkraft-Gegnern klargemacht.

Franz Schindler sah allerdings einen Hoffnungsschimmer am Horizont der regenerativen Energien: Die Technik werde bald so weit sein, dass die Räder bei gleicher Leistung wieder deutlich kleiner werden. "Das würde dem Thema erheblich die Brisanz nehmen, dann wäre 10H nur noch ein Kilometer", unterstrich der Rechtsanwalt aus Schwandorf.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.