Stromtrasse führt nicht durch Pfreimd - Projektleiter informiert über den Ostbayernring
Am Stadtgebiet vorbei

Ein Aufrüsten der bestehenden Trasse hätte nicht genügt, da die Leistungsfähigkeit zweieinhalbfach gesteigert werden muss. Die Belastung wäre für die alten Leitungen und Masten zu groß gewesen.
Lokales
Pfreimd
12.05.2015
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Die Stadt ist zwar nicht direkt betroffen. Trotzdem möchte die Kommune über das Wie und Warum des Ostbayernrings, den TenneT durch das Naabtal ziehen wird, Bescheid wissen. In der Stadtratssitzung skizzierte Teilprojektleiter Alfred Reim das Vorhaben.

Der Beweggrund ist bekannt. TenneT "hat Netzstabilität, Versorgungssicherheit zu garantieren", schickte Reim voraus. Strom könne nicht zwischengelagert werden, sondern müsse im Netz im Gleichgewicht gehalten werden. Nun verändern sich - bedingt durch die Energiewende - die Stromstandorte. Windenergie muss beispielsweise aus dem Norden weit ins Land verteilt werden. Das stelle neue Anforderungen an das Netz. Ein Teil des Bundesbedarfsplanes ist der 185 Kilometer lange Ostbayernring zwischen Redwitz und Schwandorf, der sich nach Möglichkeit an der bestehenden Trasse orientieren soll. Heuer werden die Raumordnungsunterlagen vorbereitet. Sie sind bis Sommer fertig und werden bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht, die das Verfahren dann im September eröffnet. Die Unterlagen werden in den Kommunen ausgelegt. Danach bereitet man das Planfeststellungsverfahren vor, um letztendlich Trasse und Maststandorte genehmigen zu lassen. Baubeginn soll 2018, Inbetriebnahme 2020 sein. Der Teil, der den Landkreis Schwandorf durchzieht, ist 45 Kilometer lang. Beim Neubau gibt es in Teilbereichen mehrere Varianten: Vor allem in Schwandorf, bedingt durch das Naabtal und die enge Bebauung. In Wernberg-Köblitz sind Kettnitzmühle und das Gewerbegebiet zu berücksichtigen. In der Bürgerbeteiligung wurden Vorschläge für die Raumordnungstrasse eingebracht. In Pfreimd wird das Stadtgebiet nicht durchquert. Die Trasse führt im Bereich Döllnitz über den Steinbruch.

Ein Aufrüsten der Trasse hätte nicht genügt, berichtete Reim, da die Leistungsfähigkeit zweieinhalbfach gesteigert werden muss. Die Belastung wäre für die alten Leitungen und Masten zu groß. Erläutert wurde der Unterschied zum weiteren Netzbetreiber Amprion. Er plane von Anfang an neu, da sich seine Anschlusspunkte geändert hätten. TenneT bringe den Strom von Nord nach Süd und habe die direkte Versorgung in der Region zu gewährleisten.

Bürgermeister Richard Tischler sprach Reim darauf an, dass eine geheime Verbundtrasse entlang der A 93 im Gespräch sein soll. Wenn, dann sei dies ein Thema "mit dem wir uns auch beschäftigen sollten". Alfred Reim schloss dies für den Ostbayernring aus. Dritter Bürgermeister Hubert Betz gab zu bedenken, dass die neue Trasse auch durch stark bewaldetes Gebiet führe. Neue Schneisen "lösen viel Freude bei den Waldbesitzern aus". Der Projektleiter ist sich dessen bewusst, doch das sei unvermeidbar. Obwohl Pfreimd nicht direkt tangiert ist, soll bei der Regierung der Oberpfalz anregt werden, die Pläne auch in der Stadt auszulegen. Stadtrat Hans Müller brachte mit Blick auf die Dimensionen des Projektes Stromspeichermöglichkeiten ins Gespräch, die es im Kleinen schon gebe. "Aber marktwirtschaftlich nicht darstellbar sind", so Reim. Klaus Summer interessierten Kosten und Rückbau. Das 185 Kilometer lange Projekt ist auf 300 bis 400 Millionen Euro veranschlagt. Der Rückbau der alten Anlagen folgt im Jahr 2020.
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