Weg frei für Flüchtlingswohnheim

Aus dem Bürogebäude an der Wernberger Straße soll ein Wohnheim für Aslybewerber und Kriegsflüchtlinge werden. Der Pfreimder Stadtrat stellte nun - ohne Auflage - das gemeindliche Einvernehmen zur Nutzungsänderung her. Bild: Völkl
Lokales
Pfreimd
01.04.2015
1
0

In einem Bürogebäude im Gewerbegebiet an der Wernberger Straße sollen 60 Asylbewerber untergebracht werden. Als der Antrag zum ersten Mal auf dem Ratstisch lag, verband das Gremium sein Einvernehmen mit einer Auflage. Sie ist nun vom Tisch.

(cv) Das Thema war im Oktober letzten Jahres ausführlich diskutiert worden. Die Firma FBH Datenverarbeitungsgesellschaft GmbH, vertreten durch Günter Bertlein, möchte das leerstehende Bürogebäude an der Wernberger Straße in ein Wohnheim für Asylbewerber umgestalten. Dabei wurde im Stadtrat die Frage aufgeworfen, ob eine Umnutzung zu Wohnzwecken in einem Gewerbegebiet überhaupt zulässig sei - angesichts der Lärmkulisse benachbarter Unternehmen. Andererseits wird auf Gesetzesebene die Änderung der Baunutzungsverordnung betrieben. So möchte man dem Druck, Unterkünfte für Asylbewerber zu schaffen, begegnen. Der Stadtrat entschied, das Einvernehmen unter Auflagen herzustellen: Der Bestand gewerblicher Betriebe dürfe nicht eingeschränkt werden.

Appell des Landratsamtes

Vom Landratsamt kam nun die Antwort. Die Behörde drängt darauf, dass der Stadtrat auf die Auflage verzichtet und das Einvernehmen herstellt. Bürgermeister Richard Tischler und Verwaltungsleiter Bernhard Baumer schlugen dem Gremium vor, der Aufforderung des Landratsamtes zu entsprechen, da der Gesetzgeber wohl ohnehin die Nutzungsmöglichkeit in Gewerbegebieten eröffne. Außerdem habe das Areal an der Wernberger Straße nur den Gebietscharakter eines Gewerbegebietes. Es gebe aber keinen Bebauungsplan. Mit 13:8 Stimmen wurde der Nutzungsänderung zugestimmt. Im Falle einer Ablehnung hätte das Landratsamt auf dem Weg der Ersatzvornahme entscheiden können.

Bürgermeister Richard Tischler berichtete in der Sitzung noch über den Sachstand zu ISEK, dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept. Mittlerweile gab es Expertengespräche zu gezielt ausgewählten Themen sowie eine weitere Sitzung der Lenkungsgruppe. Seit 12. März läuft eine Fragebogenaktion in der Bevölkerung. Sie bildet den Abschluss der Bestandserhebung. Danach geht es weiter mit der Erarbeitung von strategischen Zielen. Dazu werden Bürgerversammlungen und Werkstattgespräche anberaumt. Die nächste Sitzung der Lenkungsgruppe findet nach Ostern statt.

Auf Anregung der SPD-Fraktion wurde bei einer Verkehrsschau die Möglichkeit eines Fußgängerüberweges am Friedhof erörtert. Die ausführliche Begründung der Verkehrsbehörden folgt noch, doch Bürgermeister Tischler gab schon vorab bekannt: Es wird keinen Fußgängerüberweg geben.

Ein wichtiger Termin steht am Mittwoch, 8. April, um 18.30 Uhr im Bürgersaal an: Die Sondersitzung des Stadtrates zur geplanten Paintballanlage.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4090)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.