Bürger können bis 2. Mai zur Elektrifizierung der Bahnlinie Stellungnahmen abgeben
Lärmschutz: Zug nicht verpassen

Mit der Elektrifizierung der Bahnlinie Regensburg-Hof wird der Güterverkehr drastisch zunehmen. Zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes können die Bürger bis 2. Mai ihre Stellungnahmen abgeben. Die Möglichkeit sollte genutzt werden, um auf entsprechende Lärmvorsorge zu pochen. Bild: Hartl
Politik
Pfreimd
31.03.2016
306
0

Die Elektrifizierung der Bahnlinie Regensburg-Hof kommt wohl schneller als gedacht. Laut "Forum Bahnlärm" heißt das: 80 Güterzüge pro Tag. Der Pfreimder Stadtrat ist sensibilisiert: Jetzt darf der Zug zur Lärmvorsorge nicht verpasst werden.

Das Thema kam am Mittwoch mehr am Rande der Stadtratssitzung zur Sprache, ist jedoch von enormer Tragweite: Der Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans 2030 enthält auch die Elektrifizierung der Bahnlinie von Regensburg nach Hof. Davon ist Pfreimd als eine der Anliegergemeinden eminent betroffen. Bürgermeister Richard Tischler wies in der Sitzung ausdrücklich darauf hin, dass die Bürger noch bis 2. Mai 2016 Gelegenheit haben, zu den einzelnen Projekten Stellungnahmen abzugeben. Tischler appellierte, von dieser Gelegenheit intensiv Gebrauch zu machen "und auf die Bedeutung des Lärmschutzes in Zusammenhang mit der Elektrifizierung dieser Bahnstrecke hinzuweisen". Die Möglichkeit dazu bestehe auf der Homepage des Bundesverkehrsministeriums.

ÖDP-Stadtrat Manfred Bruckner erinnerte an die Infoveranstaltung des "Forums Bahnlärm", auf die er vor eineinhalb Jahren gedrängt hatte. Thomas Kraus und Peter Exner hatten da dem Stadtrat aufgezeigt, was nach der Elektrifizierung auf dem neuen Güterzugkorridor Hof-Regensburg zu erwarten sei. Bruckner fasste nochmals zusammen: "Eine Steigerung des Güterverkehrs von 20 auf 80 pro Tag. Das heißt, alle 18 Minuten ein Zug". Betroffen sind 26 Kommunen an der Strecke Marktredwitz-Regensburg. Zu erwarten seien "mehr Lärm, mehr Erschütterung. Vom Personenverkehr will ich gar nicht reden."

Bruckner ist durchaus Realist: "Verhindern können wir die Elektrifizierung nicht. Abgeordnete aller Coleur sind dafür", so der Stadtrat bitter. "Doch wir sind vor Ort". Man müsse jetzt alles für einen ausreichenden Lärmschutz unternehmen. Er habe aber in den Unterlagen der Bahn bisher "nichts über den Lärm- und Erschütterungsschutz an der Bestandsstrecke gefunden". Für Pfreimd und die weiteren Anliegergemeinden sei das "eine Katastrophe". Nach A 93 und A 6 bekomme man nun auch noch die elektrifizierte Bahnstrecke: "Wir werden der Lärmknotenpunkt in der Oberpfalz."

Bruckners Appell, es nicht alleine bei den Bürger-Statements zu belassen, stieß bei Bürgermeister Richard Tischler auf offene Ohren. Der Stadtrat wird eine entsprechende Resolution verfassen. Tischler möchte vorher noch klären, ob die Nachbarkommunen gleiches vorhaben, um dann konzentriert mit einer gemeinsamen Erklärung aufzutreten.

_______
Weitere Informationen:
www.bmvi.de
Zur Themenseite: Bundesverkehrswegeplan 2016
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.