Auch das Heim braucht Pflege

Im St.-Johannis-Stift wurden und werden etliche Investitionen getätigt. Bild: Völkl
Vermischtes
Pfreimd
06.10.2016
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Im Wirtschaftsjahr 2016 verfolgt die Spitalstiftung zwei Aspekte: Das Senioren- und Pflegeheim St.-Johannis-Stift wirtschaftlich führen und zudem drängende Investitionen umsetzen.

Der Wirtschaftsplan der Spitalstiftung, bestehend aus Altenheim, Forstwirtschaft und Mietwohngrundstücken, wurde heuer - bedingt durch einen Langzeitkranken in der Altenheim-Verwaltung - relativ spät vorgelegt. Ein Steuerberater, Stiftungsverwalter und der Kämmerer der Stadt erarbeiteten das Zahlenwerk. Das Wirtschaftsjahr 2016 schließt mit einem Überschuss von 79 318 Euro (Vorjahr 25 300 Euro). Davon entfallen auf den Heimbereich 66 200 (31 400) Euro, die Forstwirtschaft 7178 (7600) Euro und das Mietwohngrundstück Marktplatz/Marienplatz 5940 (-13 700) Euro. Die Stadt ist seit Februar Mieter.

Die Investitionen


Das Jahr ist geprägt von Investitionen: Stiftungsverwalter Hans Müller, der den Haushalt im Stadtrat vortrug, nannte im Altenheim Maßnahmen zur Barrierefreiheit, EDV-Umrüstung, Dienstprogramme, Anschaffungen im Pflegebereich, Vorplatzgestaltung und eine neue Telefonanlage. Im Spitalgebäude muss dem Brandschutz Rechnung getragen werden. 70 000 Euro kostet das insgesamt. Hinzu kommen 160 535 Euro Kredittilgung.

Das Seniorenheim verfügt über 59 anerkannte Betten. 57 können belegt werden. Zwei befinden sich im kirchlichen Bereich. Die Jahresbelegung weist wie im Vorjahr einen Schnitt von 55 aus. In der Summe erhöhen sich die Erträge - die Heimkosten wurden heuer um 1,5 Prozent erhöht - von 2015 auf 2016 um 8,48 Prozent. Erfreulich: "Essen auf Rädern" brachte 60 000 Euro, im Vorjahr 42 000. Um den Personaleinsatz flexibler zu gestalten, wird nur in Ausnahmefällen zusätzliches Fremdpersonal beschäftigt. Alle Zeitarbeitskräfte wechselten zum eigenen Personal und fallen kostenmäßig nicht mehr unter die Position "Wirtschaftsbedarf". Die Personalausgaben belaufen sich auf 1 521 500 Euro: 75,7 Prozent der Gesamtaufwendungen. Im Vorjahr waren es 75 Prozent. Die Stiftung hat noch beachtliche Schulden. Ende 2016 beträgt der Darlehensstand 978 006 Euro (Vorjahr 1 138 541 Euro).

Müller warf einen Blick in die Zukunft: Im Finanzplan rechnet er mit einer deutlichen Verbesserung, wenn von guter bis sehr guter Belegung ausgegangen werden kann. Oberstes Gebot sei wirtschaftliches Handeln, zeitaktuelles Personal- und Pflegemanagement. Mögliche Unterbelegungen würden diese Entwicklung erschweren. Im Erfolgsplan für das Altenheim stehen für die nächsten drei Jahre Überschüsse in Höhe von 73 200, 70 000 und 80 000 Euro. Finanziert werden müssen für die Stiftung insgesamt Positionen in Höhe von 215 000, 200 000 und 185 000 Euro.

Finanzplan: Drei dagegen


Der im Stiftungsausschuss vorberatene Wirtschaftsplan wurde vom Stadtrat genehmigt. Gegen den Finanzplan stimmten Eduard Dippel, Hubert Betz und Thomas Armer. Seit der Fertigung des Entwurfs Ende Juni haben sich die Belegungszahlen aufgrund des Fachkräftemangels geändert. Das hätte man berücksichtigen sollen. Stadtrat Norbert Auer betonte, dass man aufgrund der unterschiedlichen Pflegestufen ständig mit Veränderungen leben müsse. Der Erfolgsplan der Spitalstiftung schließt in Erträgen mit 2 087 870 und in den Aufwendungen mit 2 008 552 Euro, im Vermögensplan mit Deckungsmitteln von 230 535 Euro und mit Ausgaben in der gleichen Höhe.
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