Die Pfarrei auf Zeitreise

Dr. Camilla Weber, Leiterin des Diözesanarchivs, führte durch 800 Jahre Pfarreigeschichte. Bild: ral
Vermischtes
Pfreimd
26.07.2016
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Die Pfarrei Pfreimd feiert ihr 800-jähriges Bestehen. Dr. Camilla Weber aus Regensburg nahm die Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch acht Jahrhunderte. Dabei war zu erfahren, dass sich die Pfreimder schon immer gut behaupten konnten.

Die Leiterin des Diözesanarchivs war zu Gast im Bürgersaal und hatte für die interessierten Zuhörer interessante Details parat. Vor der Gründung der Pfarrei Pfreimd gehörte Pfreimd zu Perschen. Der Pfarrer von Perschen hatte das Recht, den Pfarrer von Pfreimd zu ernennen. Dieser Umstand gefiel den Pfreimdern - voran dem regierenden Fürstenhaus der Leuchtenberger - nun so gar nicht. Sie beriefen sich darauf, dass es in Pfreimd bereits im 10. und 11. Jahrhundert ein Kollegiatsstift gab. Darum wurde die Gründung einer eigenen Pfarrei betrieben, für die der Bischof von Regensburg den Pfarrer ernennt. Am 28. Juli 1216 war es soweit: Mit der Gründungsurkunde, beglaubigt durch Bischof Hartwig von Regensburg, war die Loslösung von Perschen vollzogen. Im Jahre 1246 wurde die Selbständigkeit durch Bischof Konrad noch einmal bestätigt. Die Originalurkunde wird heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg verwahrt.

Standhafte Gläubige


Die Ortschaft Pfreimd entwickelte sich und der Zuzug war enorm. Beim großen Stadtbrand im Jahre 1481 wurde die Pfarrkirche vollkommen zerstört. Die Landgrafen von Leuchtenberg ließen diese neu erbauen. Der Neubau zog sich hin bis zum Jahre 1515. In den Wirren der Reformationszeit wechselte Pfreimd nicht wie so viele Orte in der Oberpfalz ihren Glauben. Pfreimd blieb katholisch. Während des Dreißigjährigen Krieges mussten die Pfreimder zeitweise in das benachbarte Nabburg fliehen, um dort Schutz zu suchen. Während dieses Krieges machten auch Feldherr Wallenstein und Kaiser Maximilian Station in Pfreimd. Im Jahre 1593 wurde das Franziskaner-Kloster gegründet. 1711 erfolgte die Segnung der neu entstandenen Wallfahrtskirche St. Barbara auf dem Eixlberg. Sie zog viele Pilger nach Pfreimd.

Im Jahre 1835 wurde die Barbara-Bruderschaft gegründet. Die Marianische Männerkongregation gehörte zunächst zu Amberg, wurde dann selbstständig. Oberpfreimd war zunächst Bestandteil der Pfarrei Nabburg, kam im Jahre 1837 aber gegen den Widerstand der Nabburger nach Pfreimd. Im Jahre 1871 - mitten im Kulturkampf im Deutschen Reich - fand in Pfreimd ein großes Katholikentreffen statt. Grund war die Stärkung der katholischen Kirche. Diese Katholikentreffen waren kleine Katholikentage.
Weitere Beiträge zu den Themen: Vortrag (144)800 Jahre Pfarrei (1)
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