Ein Archivar für viel Geschichte

Die Verwaltungsgemeinschaften Pfreimd und Nabburg wollen in der Archivpflege gemeinsame Wege gehen. Der Pfreimder Stadtrat fasste dazu einen Grundsatzbeschluss. Bild: hm
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Pfreimd
09.07.2016
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Der Grundsatzbeschluss steht. Die Pfreimder Stadträte befürworten es, gemeindeübergreifend einen Archivar einzustellen. Die Verwaltungsgemeinschaften Pfreimd und Nabburg werden die Kosten anteilig schultern. Eine Gehaltsempfehlung aus dem Staatsarchiv war jedoch etlichen Stadträten zu hoch.

Wenn Helmut Friedl, bei der Stadt Pfreimd tätig und zudem ehrenamtlicher Betreuer des Pfreimder Archivs, in den Ruhestand tritt, muss eine Lösung gefunden werden. Er wird weiter ehrenamtlich tätig sein, möchte aber nicht von einem Arbeitsverhältnis in ein anderes wechseln, so Verwaltungsleiter Bernhard Baumer. Bürgermeister Richard Tischler machte im Stadtrat vor einiger Zeit den Vorschlag, sich mit den Nachbarkommunen zusammenzutun und gemeinsam einen Archivar zu beschäftigen. Eine Idee, die in Nabburg auf offene Ohren stieß.

Als Koordinator


Laut Tischler fand Ende Mai eine gemeinsame Sitzung der VG Nabburg und der VG Pfreimd statt. Einziges Thema war die Frage, ob die beiden VGs gemeinsam einen Archivar einstellen sollen, um die Fortführung der beiden VG-Archive in der bisherigen Qualität in Zukunft sicherzustellen. Bei einer Trendabstimmung wurde dies in beiden Gremien einstimmig befürwortet. Die Frage soll jetzt noch einmal in den Mitgliedskommunen der VGs behandelt werden. Im August findet in Nabburg eine weitere gemeinsame Sitzung der VGs statt, bei der das Thema abschließend behandelt wird. Der Archivar soll im letzten Quartal 2016 oder zum 1. Januar 2017 seine Arbeit aufnehmen. Im Auge hätte man einen jungen Mann mit einem Master in Geschichte. Damit wolle man keinesfalls ehrenamtliche Mitarbeiter verdrängen. Jeder Pfreimder Bürger sei zur Mitarbeit willkommen und könne sich bei der Stadt melden. Doch man brauche einen Koordinator.

Gehalt zu hoch bemessen


Etwa 30 Prozent der Kosten hätte Pfreimd (anteilig an den Einwohnerzahlen bemessen) zu tragen. Tischler nannte auch eine "Hausnummer" an Gehalt, die die Leiterin des Staatsarchivs Amberg genannt hatte. Sie erschien etlichen Stadträten deutlich zu hoch. "Da könnten Ehrenamtliche schnell die Mitarbeit aufkündigen", befürchtete Klaus Summer. Bürgermeister Tischler betonte, dass über Gehaltsvorstellungen nicht verhandelt sei und wohl auch günstigere Varianten in Betracht kommen könnten.

Georg Hösl fragte, ob der Archivar mit den beiden VGs ausgelastet sei. Alleine für die Stadt Pfreimd sind 370 Meter Leitzordner zu sichten. "Wir haben 90 000 digitale Schriftstücke, die noch nicht archiviert sind", erläuterte Tischler. Und in fünf Jahren käme eventuell auch Wernberg-Köblitz noch hinzu. Hans Müller stellte die Frage nach dem Dienstsitz. Könne man die beiden Archive zusammenführen? Das wird schwerlich machbar sein. Der Archivar werde in einer der beiden VGs angestellt sein und der anderen "ausgeliehen". "Und wer kontrolliert die Arbeit?" wollte Rupert Schichtl wissen. Der Archivar habe den Kreisarchivpfleger und ehrenamtliche Helfer an seiner Seite, so Tischler. Das Stadtratsgremium fasste mit einer Gegenstimme von Rupert Schichtl den Beschluss, die Anstellung eines Archivars auf interkommunaler Ebene zu betreiben und dann die Stelle auszuschreiben.
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