Erdbeersaison eröffnet
Süße Boten des Sommers

Die Sonne lachte zur Saisoneröffnung am Freitag nicht vom Himmel. Dafür zauberte der Anblick der frischen Erdbeeren von Stefan Enders (Sechster von rechts) ein Lächeln in die Gesichter der Ehrengäste. Enders' Mutter Elisabeth (Fünfte von links) betreut den Stand. Bilder: Steinbacher (2)
Vermischtes
Pfreimd
04.06.2016
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Wer die Kuchen, die Maria Schmidbauer servierte, verschmähte, verpasste etwas.

Bürgermeister Richard Tischler isst nur noch Erdbeeren aus dem eigenen Garten oder dem "Erdbeergarten" der Enders vor der Haustür. Erdbeer-Bäuerin Elisabeth Enders mag vor allem Erdbeerkuchen mit Sahne. Ab sofort darf geschlemmt werden.

Zum einen, weil der Bayerische Bauernverband (BBV) am Freitag die Erdbeersaison im Landkreis offiziell eröffnet hat, zum anderen aber auch, weil die schmackhaften und aromatischen Früchte kalorienarm sind. Hundert Gramm Erdbeeren enthalten weniger als 35 Kilokalorien, da darf's schon mal ein Sahneklecks oben drauf sein, ein Shake oder die Frucht zu einem Drittel in Schokolade getaucht und mit gehackten Pistazien garniert.

Ein Stück Sommer


Obwohl am Freitagvormittag das Wetter nicht gerade sommerlich war, ging beim Anblick der reifen, roten Beeren den Gästen das Herz auf. Kaum ein Obst wird sehnsüchtiger erwartet und ist ein untrüglicheres Zeichen für Sommer und Frische wie die Erdbeere. BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm charakterisierte sie außerdem als ein Beispiel dafür, dass es auch aus heimischem Anbau alles gebe, was das Herz begehre. "Und es sind keine Früchte von irgendwoher, die vielleicht schon ein Flugzeug von innen gesehen haben", betonte er.

Kreisbäuerin Barbara Hanauer schlug in die gleiche Kerbe. "Weihnachtserdbeeren sind vom Geschmack her nicht vergleichbar mit diesen Erdbeeren", sagte sie mit Blick über das Erdbeerfeld. "Wenn die Zeit da ist, schmecken sie am besten", weiß Hanauer. Die Frische sei natürlich ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Erdbeeren reifen im Gegensatz zu Bananen nicht nach und sind auch sehr empfindlich. "Sie dürfen nicht gequetscht werden. Nur wirklich reif geerntete Früchte entfalten auch ihr volles Aroma", heißt es in einem Infoblatt des BBV, das die Erdbeere als "Königin unter den Beeren" bezeichnet.

Bürgermeister Tischler redete ebenfalls der Direktvermarktung frisch vom Feld das Wort. "Ich kann sie nur empfehlen." Dass es frische Erdbeeren gibt, hat sich bereits herumgesprochen, denn während der Saisoneröffnung lief das Geschäft weiter, kamen Kunden, darunter der frühere Bundestagsabgeordnete Georg Pfannenstein, mit Gefäßen, um sich mit den "roten Kerlchen" ein Stück Sommer heimzuholen.

"Die meisten Leute pflücken selber", erklärt Enders. Er hat viele Stammkunden, die schon mal ganze Eimer voll mit Erdbeeren für Marmelade ernten. Weil aber das Feld am Radweg nach Trausnitz liegt, haut so mancher Radler mal die Bremse rein, um sich mit Erdbeeren zu versorgen. Drei Jahre wird ein Feld beerntet, dann werden die Pflanzen untergepflügt.

Ungespritzt


Das Pfund kostet für Selbstpflücker - probieren erlaubt - derzeit 1,60 Euro. Gepflückt sind für ein Pfund 3 Euro zu zahlen. Noch etwas spricht außer Geschmack und Frische für die Frucht vom heimischen Feld. Stefan Enders verbürgt sich dafür, dass seine Erdbeeren ungespritzt sind. Der Stand auf dem Enderschen Erdbeerfeld ist täglich von 8.30 bis 19 Uhr geöffnet.

Erdbeeren im LandkreisNach den Worten von Kreisbäuerin Barbara Hanauer gibt es fünf Betriebe, gut über den Landkreis verteilt, die Erdbeeren anbauen. Die Fläche liegt insgesamt bei rund 20 Hektar. Auf dem 55 Hektar großen Hof, den Stefan Enders im Nebenerwerb bewirtschaftet, gehören 2,1 Hektar den Erdbeerpflanzen. Acht verschiedene Sorten tragen auf dieser Fläche Früchte. Der Grund: Die Saison - sie hat bei den Enders schon am 25. Mai begonnen - soll möglichst lange dauern. Zu den frühen Sorten gehört die Honeoyo. Die relativ dunkelroten Früchte eignen sich auch gut für Marmelade. Florence und Malwina heißen dann die ganz späten Sorten. Je nach Wetter dauert die Saison bis etwa Mitte Juli. Enders, der seinen Hof viehlos bewirtschaftet, baut auch Getreide und Raps an. Zwei Felder mit Blumen zum Selberschneiden in Nabburg und Pfreimd sowie ein Heidelbeerfeld in Perschen sind neben den Erdbeeren Teil der Direktvermarktung. (ihl)
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