Für Olena wie ein Geschenk
Angehende Ärztin von der Universität Kiew für Praktikum in der Region

Die Handhabung moderner Ultraschallgeräte und anderer medizinischer Geräte lernte Olena Chub (21) aus der Ukraine bei einem Praktikum in Pfreimd. Bild: hfz
Vermischtes
Pfreimd
19.07.2016
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Olena Chub ist 21 Jahre alt und studiert Medizin im achten Semester an der Nationalen Medizinischen Universität O.O. Bogomolez in Kiew. Für eine bestimmte Fachrichtung hat sie sich noch nicht entschieden und nicht nur deshalb ist ihr zweiwöchiger Aufenthalt in Pfreimd eine bedeutende Station auf ihrem weiteren beruflichen Weg.

Olena kommt aus der Stadt Jagotin, etwa 140 Kilometer östlich von Kiew gelegen. Und von hier spannt sich der Bogen über die junge Frau zur "Aktion Tschernobyl Pfreimd". Seit 1992 unterstützt die Hilfsinitiative aus der Oberpfalz ausgesuchte Kliniken in der Ukraine und ein Empfänger der medizinischen Güter ist das Kreiskrankenhaus dieser Stadt. Einer der drei bereits in diesem Jahr auf den Weg gebrachten Sattelschlepper belieferte auch wieder Olenas Heimatstadt.

Ihr Großvater Dr. Pjotr Karnaruk, 1992 Chefarzt des Hospitals von Jagotin, knüpfte damals die Verbindung zu Dr. Ziegler, dem engagierten Leiter des Vereins aus der Oberpfalz. Er bat um Hilfe für seine Patienten und das Band riss nie ab: Seit der denkwürdigen Begegnung auf einem Parkplatz in Kiew empfing die Kreisstadt Jahr für Jahr umfangreiche medizinische Ausrüstungs- und Verbrauchsgüter sowie hochwertige medizinische Geräte.

Getreu den Prinzipien des Vereins, auch die Weiterbildung des medizinischen Personals zu fördern, erhielt Dr. Karnaruk während eines Hospitationsaufenthaltes im Dezember 2001 Einblick in verschiedene medizinische Einrichtungen in Bayern.

Ihm folgte im März 2005 dessen Tochter Dr. Alla Chub. Sie konnte ein dreiwöchiges Praktikum in einer gynäkologischen Facharztpraxis in Nabburg absolvieren und erhielt dort eine Einführung in die Ultraschall-Diagnostik. Dank der Spende einer Gynäkologin aus Vohenstrauß erhielt sie einige Jahre später ein Sonographiegerät für ihre Praxis in Jagotin.

Mit Olena Chub findet diese Art der Weiterbildung für ukrainische Ärzte in der dritten Generation ihre Fortsetzung. Seit einem Jahr paukt sie neben ihrem Studium Deutsch am Goethe-Institut in Kiew, um bestens vorbereitet zu sein für die zahlreichen Hospitationen in Praxen unterschiedlicher Fachrichtungen.

Zwei Allgemeinmediziner, eine HNO-Ärztin, ein Hautarzt, eine Gynäkologin und ein Augenarzt waren gern bereit, der angehenden Medizinerin einen Blick in den Ablauf, die Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit ihren Patienten in ihrer jeweiligen Praxis zu ermöglichen. Auch das Krankenhaus in Cham konnte Olena besichtigen.

Auf die Frage, ob sie noch ein Geschenk für sich wünsche, antwortete die bescheidene junge Frau: "Nein danke, es ist ein großes Geschenk, dass ich das alles sehen und erleben darf."
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