Inspiration aus dem Alltäglichen

Marina Bauer näht individuelle, kreative Kindermode und bloggt darüber unter dem Namen "Charlotte Fingerhut". Bild: hfz
Vermischtes
Pfreimd
11.11.2015
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Schlicht - das ist schon fast ein Fremdwort für Marina Bauer. Wer ihr Label "Charlotte Fingerhut" kennt, weiß, dass die 34-Jährige Zierstiche, bunte Stoffe, Borten und Knöpfe nutzt, um Kinderkleidung zu etwas Besonderem zu machen.

Die Pfreimderin selbst schreibt in ihrem Blog: "Umso mehr Rüscherln, Mascherln, Knöpfe, Borten, Stickis, Klimbim, Tüddelkram und sonstiges Gedöns umso besser. Alles in allem sollte allerdings stimmig sein." Farbenfroh, fröhlich und einzigartig sind ihre Kreationen.

Nähen gehört für Marina Bauer schon seit ihrer Kindheit dazu. Ihre Oma ist Schneiderin, und schon als Kind näht sie Kleidchen für ihre Puppen. So richtig zur Sucht wird das Nähen erst mit der Geburt ihrer ersten Tochter. Da beginnt sie mit Taschen, Kissen, Kleinigkeiten. "Das Nähen war noch nie Arbeit für mich", erklärt die 34-Jährige. "Das ist eine innerliche Ruhe, Entspannung, ein Sich-Ausdrücken-Können im Kreativen."

Mit ihrem Blog beginnt sie 2011. Zu der Zeit sind Facebook-Gruppen, Blogs und die Nutzung von Instagram zum Thema "Do it yourself, Nähen und Handarbeit" noch nicht so verbreitet, Marina Bauer ist mit ihrer Kreativität und dem Handarbeiten alleine. Sie möchte den Austausch mit anderen Kreativen und will sich mitteilen. "Anfangs war das eine kleine Gruppe von Bloggern, man kannte sich, das war wie ein virtuelles Wohnzimmer", erklärt sie. Mittlerweile ist alles förmlich explodiert und wird immer größer.

Designs für die Hersteller

Stoffe kauft sie kaum noch, denn viele Hersteller schicken ihr Muster zu. "Ich nähe Designbeispiele für die Hersteller, stelle die Fotos auf meinen Blog und schreibe darüber", erklärt die 34-Jährige. Und die Unternehmen verwenden die Fotos für ihre eigene Werbung oder Kataloge. Auch Marinas Blog ist mittlerweile ein gutes Werbemedium geworden. Das läuft teilweise automatisch, so dass immer wieder Stofflieferungen bei der Pfreimderin ankommen. Das Regal platzt fast aus allen Nähten. "Wenn ich ein Kindershirt nähe, bleibt ja noch sehr viel Stoff übrig", schildert sie.

Das Nähen liegt ihr sehr am Herzen. Seit eineinhalb Jahren gibt sie deshalb Nähkurse in Zusammenarbeit mit Stoffläden. "Da profitieren wir gegenseitig voneinander, ich habe einen Raum für die Kurse, und das Material wird im Laden gekauft." Die Idee ist ganz spontan entstanden, bei einem Gespräch während des Stoff- einkaufs. Ihre Inspiration schöpft sie aus dem Alltäglichen, aus Kleinigkeiten. "Das kann schon mal ein Knopf oder eine Blume sein, oder ich sehe einen Stoff und weiß genau was ich daraus machen will und wie", lächelt Marina Bauer. Sie ist in keiner Facebook-Gruppe aktiv, das lenkt sie ab von der eigenen Kreativität. Sie näht viel für ihre drei Töchter, ab und zu auch etwas für sich selbst. "Auftragsarbeiten mache ich eher weniger, das ist mir zu unkreativ, da hat man so viele Vorgaben."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/do-it-yourself
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