Kirchentour zum Jubiläum
Schätze kirchlichen Lebens

Zahlreiche Teilnehmer erfuhren von Maria Richthammer bei der zweiten Kirchenführung viel Wissenswertes über die Pfarr- und Klosterkirche sowie die Friedhofskirche Sankt Sigmund. Bild: hm
Vermischtes
Pfreimd
13.08.2016
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Von der Pfarr- über die Kloster- zur Friedhofskirche Sankt Sigmund führte die zweite Kirchentour zum Pfarrjubiläum. Maria Richthammer hatte sich akribisch vorbereitet und wartete mit einer Fülle von Fakten auf.

Rund 50 Pfreimder interessierte die Geschichte der Gotteshäuser. Der Organist der Pfarrei Tobias Weber bereicherte das Führungsprogramm neben kurzen musikalischen Darbietungen mit der Baugeschichte der Orgeln in der Pfarr- und der Klosterkirche.

An historischer Stätte, nämlich im Schlosshof, begann Maria Richthammer mit ihren Ausführungen. Bereits im 12. Jahrhundert ist an dieser Stelle ein Kollegiatsstift belegbar. Auf das Betreiben der Gräfin Helwiga geht die Loslösung im Jahr 1216 von der Urpfarrei Perschen zurück. 1242 wird erneut die Selbstständigkeit der Pfarrei durch Bischof Siegfried von Regensburg bestätigt. 1481 wurde die Pfarrkirche ein Opfer der Flammen. Es folgte ein gotischer Neubau. 1655 musste der beschädigte Turm abgetragen werden. Bald zeigten sich die ersten Baufälligkeiten am Gotteshaus. Doch erst 1681 wurde Johann Schmuzer aus Wessobrunn mit einem Kirchenneubau beauftragt. Vier Jahre später erfolgte die Weihe.

Maria Richthammer ging auf die Stuckarbeiten ein und betonte, dass sich nur in diesem Gotteshaus die Ausstattung durch Johann Schmuzer bis heute erhalten habe. Als Besonderheit gilt der Baldachin-Hochaltar.

Zweite Station der Kirchenführung war die Klosterkirche, zu deren Erbauung es im Zeichen der Gegenreformation Ende des 16. Jahrhunderts kam. Eine zweckgebundene Geldspende der in Pfreimd gebürtigen Brüder Dr. Albinus und Johann Ram veranlasste Landgraf Georg Ludwig zum Bau eines Klosters. 1594 wurde die Kirche geweiht, 1601 das Kloster, in dem Straßburger Franziskaner wirkten. 1628 traten an ihre Stelle Franziskaner der bayerischen Reformatenprovinz. Im 18. Jahrhundert war es zeitweise ein Studienkloster.

Ein grundlegender Umbau mit Erweiterung erfolgte 1728. 1802 kam mit der Säkularisation das klösterliche Leben zum Erliegen. Unter König Ludwig I. wurde das Kloster wiederbelebt. Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine Tuchmacherei, in der das gesamte Habittuch der bayerischen Franziskanerprovinz hergestellt wurde. Die derzeitige Innenausstattung fertigte der in Pfreimd geborene Bildhauer Anton Horchler. Nach dem Abzug der Franziskaner 1995 übernahmen Priester der indischen Vinzenz-Kongregation das Kloster und die Pfarrseelsorge.

Der weitere Weg führte zur Friedhofskirche Sankt Sigmund. Diese wurde vor exakt 400 Jahren gebaut. Bereits 1485 wird aber eine Sigismund-Kirche erwähnt. Nach dem 2. Weltkrieg feierten die evangelischen Christen in dieser Kirche ihre Gottesdienste. Maria Richthammer legte das Augenmerk auf die Epitaphe, die seit Mitte der 80er Jahre in der Kirche sind und sich vorher in den Nischen der Friedhofsmauer befanden.

Feier zu Patrozinium und PfarrjubiläumZum Patrozinium der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht am Montag, 15. August, der Höhepunkt der Feier "800 Jahre Pfarrei Pfreimd" an: 9.15 Uhr, Aufstellung zum Kirchenzug auf dem Volksfestplatz, 9.30 Uhr Kirchenzug zum Marktplatz mit Begrüßung des Bischofs, 10 Uhr Festgottesdienst im Schlosshof, 12 Uhr Mittagessen. Anschließend Pfarrfest im Schlosshof mit Kaffee und Kuchen, Brotzeit, Kinderspielestraße, Drehleiter der Feuerwehr Pfreimd, Kasperltheater, Kinderschminken, Orgelführung, Musik "Kistlmusik" und "Krainberries", 14 Uhr Kindersegnung mit Bischof Rudolf in der Pfarrkirche, 18.30 Uhr musikalisches Kabarett mit "Döberl & Hasinger". (hm)
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