Kräftige Investitionen in den Bundeswehrstandort Pfreimd
Millionen fließen in die Kaserne

Bürgermeister Richard Tischler, die Abgeordneten Karl-Heinz Brunner und Marianne Schieder sowie der frühere Bundestagsabgeordnete Georg Pfannenstein (von links) ließen sich von Kommandeur Stefan Reiße (Mitte) über die aktuelle Situation am Bundeswehrstandort Pfreimd informieren. Bild: Huber
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Pfreimd
06.05.2016
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Pfreimd: Oberpfalzkaserne |

Dem früheren Bundestagsabgeordneten Georg Pfannenstein war die Freude über die 34,8-Millionen-Euro-Investition in der Oberpfalzkaserne anzusehen. Er hatte zu Verteidigungsminister Scharpings Zeiten die Strippen gezogen, dass der Bundeswehr-Standort Pfreimd die Strukturreformen überlebte. Nun wird auch kräftig investiert.

Georg Pfannenstein begleitete die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder. Sie hatte MdB Karl-Heinz Brunner, Mitglied im Verteidigungsausschuss und verteidigungspolitischer Sprecher der bayerischen SPD-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, zum Besuch der Oberpfalzkaserne eingeladen. Vier Stunden nahmen sich die Politiker Zeit für offene Gespräche mit den Soldaten, die den Abgeordneten einiges mit auf den Weg gaben.

Künftig Einzelzimmer


Nach Abschaffung der Wehrpflicht wird großer Wert auf die Nachwuchsgewinnung gelegt. Die Bundeswehr steht als Arbeitgeber in Konkurrenz mit attraktiven Firmen. Als Soldat die Stube mit anderen teilen, das ist nicht mehr zeitgemäß, betonte Marianne Schieder in einem anschließenden Pressegespräch. Sie freute sich, dass die Baumaßnahmen bald losgehen. Künftig werden im Standort Einzelzimmer mit Nasszelle angeboten, um die Wohnsituation attraktiver zu machen. In zwei Bauabschnitten laufen von 2017 bis 2025 umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen: Zimmer, Funktions- und Bürogebäude. Dass es an Bürogebäuden mangelt, nimmt Marianne Schieder als "Hausaufgabe" mit. Die IT-Ausstattung sei gut, "aber 24 Quadratmeter für einen Offizier und sieben Feldwebel" zu wenig.

Für MdB Karl-Heinz Brunner sind die Besuche in den Standorten "zwingend notwendig." Er sieht sich als Scharnier zwischen den Soldaten und dem Verteidigungsministerium. Brunner dankte Kommandeur Stefan Reiße, den Soldaten und Mitarbeitern für "die offenen Gespräche." Derzeit sind im Standort 860 Soldaten und 88 Zivilbeschäftigte tätig.

Eigene Fahrzeuge


Brunner sprach das "dynamische Verfügbarkeitsmanagement" an, das unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen abgeschafft worden sei. Hier konnten die Standorte nach Bedarf ihr Material anfordern: Bei Panzern logistisch schwierig. Jetzt stehen wieder jedem Standort seine eigenen Fahrzeuge zur Verfügung. Der Kommandeur hat die Verantwortung über das Material. Allerdings herrsche noch kein Vollbestand, so Stefan Reiße. Pfreimd verfüge in der derzeitigen Übergangsphase über 34 von 42 Kampfpanzern. Das müsse noch aufgebessert werden, so Karl-Heinz Brunner. Der Abgeordnete sieht auch Handlungsbedarf in der Personalpolitik. Die Umstellung von Zeit- auf Berufssoldat müsse attraktiver werden. Es gelte, "die Eigengewächse zuhalten". Ein Blick ging zu Presseoffizier Constanze Worsdörfer: Die Laufbahn der 28-Jährigen bestätige, "dass die Bundeswehr für Frauen ein attraktiver Arbeitgeber ist."

Bürgermeister Richard Tischler betonte, dass sich die Stadt stets vehement für die Sicherung des Standortes eingesetzt habe. Die Bundeswehr sei ein großer Faktor für die heimische Wirtschaft, ob bei Bauaufträgen oder der Verpflegung. "Die Soldaten sollen sich hier wohlfühlen. Stadt und Kaserne gehören zusammen." Tischler sieht auch in der Stadt Handlungsfelder, Wohnraum im Appartementbereich zu schaffen.

Oberstleutnant Stefan Reiße bedankte sich im Namen des Panzerbataillons 104 bei den Politikern für die konstruktiven Gespräche: "Ich habe das gute Gefühl, dass unsere Botschaft angekommen ist".
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