Ökumenischer Gottesdienst zum Holocaust-Gedenktag
Mit Toleranz Brücken bauen

In der Gedenkfeier wurde symbolisch eine Brücke gebaut. Die Bausteinen waren Liebe, Toleranz, Versöhnung, Mitgefühl und Offenheit. Bild: hfz
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Pfreimd
31.01.2016
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Unter dem Motto "Lasst uns eine Brücke bauen" versammelten sich rund 60 katholische und evangelische Christen in der Evangelischen Pauluskirche zu einem ökumenischen Gottesdienst zum Holocaust-Gedenktag. Dazu eingeladen hatte auch das Pfreimder "Bündnis gegen Rechts", dessen Mitglieder die Gedenkfeier auch gestalteten.

Eröffnet wurde der Gottesdienst mit einem meditativen Tanz unter der Leitung von Monika Strehl. Im Mittelpunkt der Feier stand eine symbolische Brückenbau-Aktion. Anhand von einzelnen Bausteinen wurde aufgezeigt, wie Liebe, Vertrauen, Toleranz, Versöhnung, Mitgefühl und Offenheit eine Brücke zwischen Wissen und Unwissenheit, Zweifel und Glauben oder Krieg und Frieden bauen können.

"Brauchen die Erinnerung"


Diese Brücke zwischen allen Menschen mit Hilfe von Jesus Christus zu bauen, dazu rief die erst zwölfjährige Alina Kraus in ihrem als Gesangssolo vorgetragenen Lied "Mit Christus Brücken bauen" auf. Weiterverarbeitet wurde dieser Appell auch in den Fürbitten, die allesamt in dem Aufruf endeten, bestehende Gräben zu überbrücken.

Pfarrerin Irene Friedrich erinnerte in ihrer Predigt an den geschichtlichen Hintergrund des Holocaust-Gedenktages und rief dazu auf, eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft zu bauen. "Die Brücke, die wir bauen wollen, kann von der Gegenwart in die Vergangenheit reichen, indem wir der Opfer gedenken und sie und ihre Lebens- und Leidensgeschichten nicht dem Vergessen überlassen. Wir brauchen diese Erinnerung an die Vergangenheit aber auch, um in der Gegenwart und in Zukunft ähnliches Unrecht verhindern zu können", sagte Pfarrerin Friedrich.

Den einfühlsamen Abschluss bildete eine Passage aus den Lebenserinnerungen einer Frau - gelesen von Hannelore Lanzl -, die die Zeit des Zweiten Weltkriegs miterlebt hat und sich in ihren Lebenserinnerungen an ihre Enkel wendet.

Meinung sagen


Darin heißt es: "Ich wünsche Euch, dass Ihr keinen nationalfaschistischen Parolen und Versprechungen mehr zum Opfer fallen werdet. Gerechtigkeit auf Erden wird es sowieso nicht geben. Aber Ihr könnt Eure Meinung wenigstens hinaus schreien, wenn es auch nicht immer nützt. Und Ihr könnt für Gerechtigkeit und Frieden in Eurem Umfeld etwas tun. (...) Und wenn Ihr nur den einen Satz ,Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst' zu verwirklichen sucht, dann geht Ihr einen guten Weg."

Zu den aktiv Mitwirkenden im Bündnis gegen Rechts gehört in Pfreimd seit Jahren auch die Jugendfeuerwehr, wofür sich Pfarrerin Friedrich bei den Jugendlichen sowie bei allen Mithelfern anerkennend bedankte.
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