Pfreimd arbeitet an einer Prioritätenliste
Sanierung der Straßen eine Daueraufgabe

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Pfreimd
27.02.2016
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Die Pfreimder Stadträte hatten zwar schon gewusst, dass die Straßen nicht im besten Zustand sind. Doch dass 60 Prozent schlecht abschneiden, hätten sie nicht erwartet.

Es kann nicht ständig nur geflickt werden. Die Stadt braucht eine Prioritätenliste, wie das Straßennetz nach und nach saniert werden kann. Diplomingenieur Werner Norgauer vom Büro BBI Regensburg hat eine Bestandserhebung gemacht.

29 Kilometer Straße


29 Kilometer Fahrbahnen und Gehwege wurden in Augenschein genommen und in fünf Zustandsklassen unterteilt. Kriterien waren die Beschaffenheit der Asphaltdecke, Ebenheit, Netzrisse, offene Pflasterfugen, die Oberfläche, Flickstellen, der Zustand der Borde. Die Beurteilung fand dann in der Skala der Zustandklassen ihren Niederschlag. Fünf Prozent der Straßen rangieren in Klasse eins, 17 in Klasse zwei, 19 in der Klasse drei. 28 Prozent finden sich in Klasse vier und 31 in Klasse fünf wieder. Über die Hälfte der Straßen in den schlechten Kategorien, "das ist ganz schön dünn", so Norgauer. Beurteilt wurde nur der Oberbau, der Zustand des Unterbaues wurde nicht untersucht. Ebenso nicht eingeflossen ist die Frequentierung der Straßen. Diese beiden Faktoren werden eine wesentliche Rolle spielen, wenn es um eine Priorisierung von Straßensanierungen geht. "Sie haben keine leichte Entscheidung", so Werner Norgauer.

Man müsse entscheiden, welchen Qualitätsanspruch man an eine Sanierung stelle. Dabei spiele die Verkehrsbedeutung eine Rolle und der natürlich Umlageaufwand für die Anlieger. Bürgermeister Richard Tischler fasste zusammen: Gut die Hälfte der Straßen ist "schlecht bis sehr schlecht", es gebe Handlungsbedarf. Der Stadtrat müsse in den nächsten Monaten die Marschrichtung festlegen und die Prioritäten setzen. "Was kommt auf den Bürger zu?" Die Frage von Zweiter Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins konnte zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden. Wenn nur die Deckschicht abgefräst wird, geht das nicht zulasten der Bürger. Muss eine Straße mit Unterbau und Versorgungsleitungen saniert werden, steht für die Anlieger eine bis zu 80-prozentige Umlage an.

Neue Gesetzeslage


Klar war allen Stadträten, dass die Straßensanierungen "ein Dauerauftrag" sind. Der Stadtrat wird sich in einer Sondersitzung oder Klausurtagung damit auseinandersetzen.

Hier spielt dann auch eine andere Frage hinein: Laut der neuesten Gesetzeslage können Kommunen alternativ zur bisherigen Straßenausbausatzung jährlich wiederkehrende Solidarbeiträge von allen Bürgern verlangen und so die Kosten auf alle Schultern verteilen.
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