Pfreimd liebäugelt mit einer interkommunalen Lösung
Plädoyer für das Archiv

Gleich zu Beginn der neuen Stadtratsperiode organisierte Bürgermeister Richard Tischler für das Gremium einen Besichtigungstermin im Pfreimder Stadtarchiv. Der ehrenamtliche Archivar Helmut Friedl präsentierte den wertvollen historischen Fundus. Archiv-Bild: Völkl
Vermischtes
Pfreimd
29.01.2016
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In absehbarer Zeit tritt Helmut Friedl in den Ruhestand. Was wird dann aus dem von ihm betreuten Stadtarchiv?

Bürgermeister Richard Tischler möchte rechtzeitig die Weichen stellen und schnitt das Thema in der Stadtratssitzung an. Es gibt zwei Wege: Das Archiv mit entsprechendem Personal fortführen und pflegen oder den Status quo einfrieren. Dann müsste ein Teil der Bestände ins Staatsarchiv nach München und Amberg abgegeben werden. Das Pfreimder Archiv wäre dann nicht mehr zugänglich. Es könnten auch keine Anfragen mehr beantwortet werden. Was neu hinzu komme, lande in der Registratur. Tischler erwähnte, dass das Pfreimder Archiv vom Kreisarchivar als "im Landkreis vorbildlich" bezeichnet werde und dass Pfreimd daran festhalten solle. "Ich brauche eine Aussage", fasste Tischler mit Blick in die Runde zusammen. "Entweder das Archiv in der bisherigen Qualität mit Personaleinsatz weiterführen oder den Deckel drauf machen und einen Teil nach München abgeben."

Interkommunale Lösung?


Der Bürgermeister machte keinen Hehl daraus, dass sein Wunsch eine Fortführung und eine Archivarbeit auf interkommunaler Ebene wäre. Verwaltungsleiter Bernhard Baumer warf ein, dass man schwer jemanden finden werde, der die Archivarbeit wie Helmut Friedl ehrenamtlich und als Hobby betreibe. Der Nachfolger hätte ein reiches Betätigungsfeld. Es gebe noch viele Akten, die aus Zeitgründen noch nicht gesichtet seien. Das Archiv aufgeben wollte keiner der Stadträte. "Wir sollten trotz der Kostendrohung vermeiden, das Archiv zu verlieren", betonte Klaus Summer. Die Bürger hätten keinen Zugang mehr. "Die Arbeit der Vergangenheit würde ad absurdum geführt". Georg Hösl wollte wissen, ob man schon mit dem heimatkundlichen Arbeitskreis "Der Stadtturm" gesprochen habe. Ihm gehört Helmut Friedl an. Er werde auch in gewissem Umfang ehrenamtlich mitarbeiten, so Bürgermeister Tischler. "Doch das wird nicht reichen".

Ernst Wurmstein konnte sich wie seine Stadtratskollegen durchaus eine Lösung mit Nachbargemeinden vorstellen. Bürgermeister Richard Tischler wird nun mit Nabburg und Wernberg-Köblitz Kontakt aufnehmen, um zu erfahren, ob möglicherweise Interesse daran besteht, interkommunal einen Archivar zu beschäftigen.
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