Pfreimd setzt ein Zeichen für die Einhaltung der Menschenrechte
Tibet-Flagge weht am Rathaus

Bürgermeister Richard Tischler hisste am Rathaus im Beisein von Manoj Tapa, Stadtrat Norbert Auer und Luk Rauch (von links) sowie Maria Ostler-Scharl (rechts) die tibetische Flagge. Bild: Völkl
Vermischtes
Pfreimd
10.03.2016
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In China wird kaum jemand davon Notiz nehmen, dass in Pfreimd die tibetische Flagge gehisst wurde. Trotzdem: Bürgermeister Richard Tischler fand es richtig und wichtig, auch in einer kleinen Stadt Flagge für die Einhaltung der Menschenrechte zu zeigen.

Das Ansinnen von drei Bürgern - Kurt F. Stangl, Manoj Tapa und "Luk" Rauch - sorgte im Pfreimder Stadtrat für erstaunte Blicke, doch dann ließ man sich erläutern, warum Bürgermeister Richard Tischler am 10. März am Rathaus für einen Tag die tibetische Flagge hissen sollte. Die Tibet-Initiative feiert heuer ihr 20-jähriges Jubiläum. Das Stadtratsgremium beschloss, dass sich Pfreimd an der Kampagne "Flagge zeigen für Tibet" beteiligt und seine Solidarität mit dem seit über 60 Jahren von China unterdrückten Volk zum Ausdruck bringt.

Bürgermeister Richard Tischler hatte den Termin gestern schon um 8.30 Uhr angesetzt. Die Fahne wehte schließlich nur für einen Tag am Rathaus. Die Initiatoren hatten einen Stand aufgebaut, an dem über die Lage in Tibet informiert wurde. Wer wollte, konnte tibetischen Tee verkosten. Bevor Richard Tischler im Beisein der Stadträte Manfred Bruckner und Norbert Auer die Fahne hochzog, betonte er, dass dies kein einmaliger Akt sei.

Jährliche Wiederholung


Die Stadt hat die Flagge gekauft. Folglich wird es eine jährliche Wiederholung geben. Pfreimd möchte damit für das Recht auf Selbstbestimmung, das Einhalten der Menschenrechte und den Erhalt von Kultur und Identität eintreten. Tischler dankte den Initiatoren, dass sie die Aktion angeregt hatten und auch den Infostand betreuten. Kurt F. Stangl erinnerte an den Tibet-Aufstand am 10. März 1959, die vielen Toten, die zerstörten Klöster und Kulturdenkmäler, die Selbstverbrennungen.

Die Lage in Tibet gerät bei der aktuellen Nachrichtenlage vielfach in den Hintergrund, stellte Bürgermeister Tischler fest. Doch angesichts der Krisenherde in der Welt könnte man "jeden Tag eine Flagge für ein anderes Land hissen." Die Flagge am Rathaus solle symbolisch darauf aufmerksam machen, dass in vielen Ländern der Erde "die Menschenrechte mit Füßen getreten werden".
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