Schmuzers Ritt zu den Baustellen

Dr. Alois Epple aus Türkheim berichtete über die berufliche Tätigkeit und die Lebensumstände des Baumeisters Johann Schmuzer. Bild: hm
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Pfreimd
29.09.2016
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Johann Schmuzers Stuckarbeiten sind in ihrer Formensprache eine Augenweide. Sie waren so begehrt, dass er im 17. Jahrhundert auch in Pfreimd, 260 Kilometer von seinem Wohnort Wessobrunn entfernt, Aufträge erhielt.

Einblick in berufliche Tätigkeit, Familie und Lebensumstände des Baumeisters der Pfreimder Pfarrkirche, Johann Schmuzer, erhielten die zahlreichen Besucher beim Vortrag von Dr. Alois Epple aus Türkheim, der auf Einladung des "Stadtturms" eigens nach Pfreimd gekommen war.

Büchlein zum Jubiläum


Mit dem Referenten konnte im Zuge der Jubiläumsveranstaltungen der Pfarrei Pfreimd ein wahrer Experte in Sachen "Johann Schmuzer" gewonnen werden. Da es bislang noch keine zusammenfassende Arbeit über den "gesamten Schmuzer" gab, entstand beim Referenten der Wunsch, quasi als Jubiläumsgeschenk an die Pfarrei Pfreimd ein Büchlein zu schreiben. Zum Preis von 15 Euro ist das Werk nun auch im Pfreimder Buch-Cafe erhältlich. Zunächst ging Dr. Epple auf den Lebenslauf Schmuzers ein. Johann Schmuzer wurde 1642 in Wessobrunn geboren. Wie viele Wessobrunner wurde er Stuckator und auch noch Baumeister. Er arbeitete hauptsächlich zwischen München und dem Bodensee.

Einer seiner wichtigsten Auftraggeber war Herzog Maximilian Philipp. Für ihn arbeitete er bei Füssen und in Türkheim. Da diesem Herzog auch die Herrschaft Leuchtenberg gehörte, erhielt er den Auftrag, die Pfarrkirche samt Turm in Pfreimd neu zu bauen und zu stuckieren. Hierbei zeigt das Wandpfeilersystem des Langhauses der Kirche recht deutlich, dass Schmuzer bei den Vorarlbergern gelernt hat. Was den Stuck betrifft, so gehört der Stuck in der Pfreimder Pfarrkirche zum Besten, was Schmuzer gemacht hat und damit zum Schönsten, was der Süddeutsche Barock zu bieten hat.

Gefragter Mann


Wie bedeutend Johann Schmuzer war, zeigt dass er nicht nur in der Umgebung seines Wohnortes Aufträge erhielt, sondern auch in Pfreimd - 260 Kilometer von Wessobrunn entfernt - Speinshart und Tegernsee. Johann Schmuzer war deshalb viel unterwegs. Er besuchte die Baustellen oft nur wenige Tage, um dann zur nächsten zu reiten. Auf den Baustellen arbeiteten dann Wessobrunner und Einheimische nach seinen Plänen. 1701 starb Schmuzer im Alter von 59 Jahren.

Mit Erläuterungen zum typischen Formenschatz, den Schmuzer verwandte, beschloss Dr. Epple seinen mit vielen Bildern untermalten Vortrag. Als würdigen Abschluss des weltlichen Jubiläumsprogramms bezeichnete PGR-Sprecher Klaus Summer die Ausführungen des Referenten und sagte diesem herzlichen Dank.
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