Schutzpolster für das Baugebiet

Für das Wohngebiet "Westlich der Westlich der Nabburger Straße, Abschnitt III" soll im Januar Baurecht bestehen. Es befindet sich zwischen der bisherigen Bebauung "Westlich der Nabburger Straße" und dem Komplex Bauhof/Recyclinghof (gelb/orange). Plan: Lösch Landschaftsarchitektur
Vermischtes
Pfreimd
03.08.2016
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Die Stadt Pfreimd nimmt viel Geld in die Hand, um eine Zukunftsinvestition zu schultern: Die Erschließung des neuen Baugebiets "Westlich der Nabburger Straße, BA III". Der Zeitplan wurde in der letzten Stadtratssitzung konkretisiert.

Detailliert stellte Diplomingenieur Michael Eff vom Büro Völker & Partner alle Aspekte der Erschließungsplanung vor. Im neuen 2,3 Hektar großen Areal zwischen Nabburger Straße und Naabweg ist ein wichtiger Punkt zu beachten: Es ist vom Überschwemmungsgebiet der Naab umgeben. Stichwort: Das "HQ 100". Es beschreibt einen Hochwasserabfluss, der im Mittel alle 100 Jahre erreicht oder überschritten wird. Dabei würde die Erweiterungsfläche aufgrund ihrer Muldenausbildung überschwemmt.

Folglich müssen die Straßengradienten höher gelegt und das Gelände mit 5000 Kubikmeter Erdmaterial aufgefüllt werden. Da kommen die Bauarbeiten an der Staatsstraße 2157 östlich von Atzenhof gerade recht. Das Aushubmaterial wird vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach gratis angeliefert, so Michael Eff.

Mit Mehrzweckstreifen


Verkehrstechnisch wird das neue Baugebiet vom Naabweg erschlossen. Im Baugebiet gibt es einen großzügigen Wendehammer. Das Büro Völker hat einige fußläufige Anbindungen eingebaut - auch mit dem Hintergrund, dass hier Versorgungsleitungen eingebaut werden, die zu Wartungsarbeiten relativ unkompliziert angefahren werden können. Die Straßenführung wird von beparkbaren Mehrzweckstreifen begleitet. Es gibt Gehwege mit wassergebundenen Decken. Die Bepflanzung wurde mit 31 Bäumen überschaubar gehalten. Die Entwässerung wird im Misch- und Trennsystem vorgenommen. Zur Retention muss ein Stauraumkanal gebaut werden. Könnten nicht Kosten gespart werden, wenn man bei Straßenbelägen mehr auf Versickerung setzen würde? Die Frage von Norbert Auer musste Michael Eff verneinen. "Das ist planungsrechtlich nicht zulässig". Es könnte sonst Probleme mit dem Grundwasserspiegel geben.

Preis noch offen


Kanal, Wasser, die Erdarbeiten für die Gasversorgung und der Straßenbau sind auf 2,04 Millionen Euro veranschlagt. Wie die Preisgestaltung für die 27 Parzellen (ein Teil auf privater Fläche, die mit überplant wird) aussieht, kann noch nicht gesagt werden. Laut Bürgermeister Richard Tischler sind mehrere Berechnungsmethoden möglich.

Verwaltungsleiter Bernhard Baumer berichtete, dass die denkmalschutzrechtliche Befundung erledigt ist. Die Stadt wird nun die Kaufpreiskalkulation vornehmen. Dann entscheidet sich auch, ob die Privatparzellen, die in die Planung integriert sind, weiter im Rennen bleiben. Die erste Auslegung der Pläne ist Thema der September- oder Oktober-Sitzung. Mit Baurecht ist im Januar 2017 zu rechnen. Dann sollen die Arbeiten umgehend ausgeschrieben werden, damit um Ostern herum mit der Erschließung begonnen und im Herbst 2017 der Bau von Eigenheimen möglich ist.

Ausgestanden ist übrigens die Baulücken-Diskussion mit der Regierung der Oberpfalz. Die Stadt hat die geforderte Bestandaufnahme gemacht und 140 Eigentümer von Grundstücken angeschrieben. Die Verkaufsbereitschaft ging gegen Null. Damit hat das neue Baugebiet auch die Hürde der Höheren Landesplanung genommen.
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