Stefan Reiße für Christian Gnerlich
Kommandeurswechsel beim Panzerbataillon 104

Nahtloser Übergang: General Andre Bodemann (Mitte) verabschiedete Oberstleutnant Christian Gnerlich (rechts) und über gab das Panzerbataillon 104 an Oberstleutnant Stefan Reiße (links). Bild: rid
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Pfreimd
20.12.2015
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Das Panzerbataillon 104 hört jetzt auf das Kommando von Oberstleutnant Stefan Reiße (44). Er trat die Nachfolge von Christian Gnerlich an, der im Neuen Jahr ins Verteidigungsministerium nach Berlin wechselt. Ihm wird aus berufenem Munde noch eine steile Karriere prophezeit.

Das Heeresmusikkorps aus Kassel spielte "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch". Im Fackelschein war das Bataillon in der Kaserne zum Übergabe-Appell angetreten. Auf der Besuchertribüne saßen auch der Pfreimder Ehrenbürger und Ex-MdB Georg Pfannenstein, MdL Alexander Flierl und Bürgermeister Richard Tischler. Von einer "sensationellen Kulisse" sprach Oberstleutnant Christian Gnerlich, als er die Gäste willkommen hieß, darunter auch befreundete Militäreinheiten aus Wels (Österreich) und in Vilseck stationierte US-Soldaten.

Bewährte Kräfte


Intensiv, anstrengend, erfüllend: Mit diesen Attributen verband er rückblickend seine nur 21 Monate als Kommandeur in der Oberpfalzkaserne. Er habe ein leistungsfähiges, starkes Bataillon führen dürfen, das sich bei den Auslandseinsätzen im Kosovo, in Mali und Afghanistan bewährte. Nach einem "Panzerjahr 2016", das vorwiegend der Ausbildung diene, stünden 2017 in zwei jeweils viermonatigen Kontingenten die nächsten Aufgaben auf internationalem Terrain an. Nach dem gespielten "Panzerlied" und der Meldung der angetretenen Paradeaufstellung schritt Gnerlich, zusammen mit General Andre Bodemann, das letzte Mal die Front des Bataillons ab. Dazu ließ das Musikkorps den bayerischen Präsentiermarsch erklingen.

Andre Bodemann, der Chef der Panzerbrigade 12 in Amberg, wusste: Oberstleutnant Gnerlich wäre gerne noch ein paar Jahre in Pfreimd geblieben. Doch: Manche Chancen im Berufsleben seien eben nur in ganz kleinen Zeitfenstern zu verwirklichen. Deswegen habe er der Versetzung nach Berlin, einer Laufbahn fördernden Maßnahme, doch zugestimmt. Er wollte den Pfreimder Soldaten gesagt haben: Unter der Führung von Oberstleutnant Gnerlich wurden sie ihren Aufgaben vollauf gerecht - ob bei der Gefechtsübung "Grantiger Löwe" unter schwersten Bedingungen, bei den Auslandseinsätzen, in der Flüchtlingshilfe oder beim Tag der offenen Tür in der Kaserne. Die Professionalität und Motivationskraft, mit der Gnerlich das Kommando führte, imponierte dem General: "Mit ihm würde ich in jeden Einsatz und in jedes Gefecht ziehen". Deswegen zeigte er sich auch überzeugt, dass dem nun scheidenden Panzersoldatenchef noch eine steile Karriere bevorstehen wird.

Ende bei "Lili Marleen"


Der Brigadegeneral übertrug die Verantwortung für eines von fünf Panzerbataillonen der Bundeswehr sodann auf den aus Kassel stammenden und nun bei Köln wohnenden Oberstleutnant Stefan Reiße, dessen Ehefrau Ilka mit den beiden Söhnen auch dem Appell beiwohnte. Es folgte das protokollarisch vorgesehene Zeremoniell: Gnerlich gab die Truppenfahne zurück an den General, der reichte sie weiter an den neuen Chef. Mit einem dreifach kräftigen "Panzer hurra" verabschiedeten die Kompanien ihren "alten" Chef.

Das Heeresmusikkorps spielte die Bayern- und die Nationalhymne, bevor eigens für Christian Gnerlich "Lili Marleen" erklang. Auf einem Kampfpanzer Leopard verließ er den Appellplatz, ehe die Musiker zum Ausmarsch der Ehrenformation "Preußens Gloria" intonierten. Dem Appell zu abendlicher Stunde schloss sich ein Empfang im Offizierskasino an.
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