Trotz des Defizits keine Erhöhungen
Stabile Kindergartengebühren

In die leerstehenden Geschäftsräume im Haus Freyung 3 (rechts) würde gerne eine Eisdiele einziehen.
Vermischtes
Pfreimd
04.02.2016
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Im Kindergarten St. Martin - hier wird gerade zu Mittag gegessen - bleiben die Elternbeiträge unverändert. Der Stadtrat beschloss auch, dass die Geschwisterermäßigung ebenso für Patchworkfamilien gilt. Bilder: Völkl (2)

Das Defizit ist zwar enorm, doch Eltern dürfen beruhigt sein: Die Gebühren werden im Kindergartenjahr 2016/2017 nicht erhöht. Einige tausend Euro Mehreinnahmen würden die Gesamtsituation kaum beeinflussen.

Bürgermeister Richard Tischler schickte voraus: Kindergartengebühren sind als "politischer Preis" zu betrachten, sie können nie kostendeckend sein. Das Defizit, das die Stadt im Sinne einer kinderfreundlichen Kommune trägt, spricht für sich: Für den städtischen Kindergarten St. Martin beträgt es im Jahr 2015 satte 524 474 Euro. Für den kirchlichen Franziskuskindergarten hat die Stadt Pfreimd für das Vorjahr 145 645 Euro verausgabt. Heuer wird ein noch höheres Defizit aufgrund tariflicher Anpassungen erwartet.

Schon oben angesiedelt


Eine Gebührenerhöhung würde diese Situation nur marginal beeinflussen. Die letzte Anhebung wurde im Kindergartenjahr 2013/2014 vorgenommen. Die Stadtverwaltung verglich auch die Elternbeiträge, die in anderen Gemeinden verlangt werden. Dabei zeigte sich, dass die Pfreimder Kernzeit-Gebühren höher gefasst sind und die weiteren Zubuchungssätze im Umkreis an der Spitze liegen. In Pfreimd beträgt der Mittelwert für die Kernbuchungszeit (vier bis fünf Stunden) 66 Euro. Der Mittelwert liegt bei 62,38 Euro. Bei den Zubuchung bis sechs Stunden sind 18 Euro mehr zu zahlen, jede weitere Stunde im Monat ist mit 12 Euro veranschlagt. Der Mittelwert: 6,50 Euro. In der Kinderkrippe sind für vier bis fünf Stunden 124 Euro zu zahlen (Mittelwert 107 Euro), jede weitere Zubuchung kostet 24 Euro (Mittelwert 16,34 Euro)

Die Stadträte Klaus Summer und Mirko Hägler (CSU) sprachen sich angesichts der Zahlen dafür aus, nicht zu erhöhen. So sahen es auch Norbert Wagner (FW) und Günter Strehl (SPD). Letzterer betonte aber auch, dass man das Defizit nicht außer acht lassen könne. "Was machen wir bei 550 000, bei 600 000 Euro?" Man müsse schauen, dass das Defizit in einem konstanten Rahmen bleibe.

Weitere Begehrlichkeiten


Bürgermeister Tischler fügte an, dass die Situation noch angespannter werden könnte, wenn er an die politischen "Begehrlichkeiten" denke, die Buchungszeiten in die Abendstunden und aufs Wochenende auszudehnen. Günter Strehl ereiferte sich: Da würde der Kindergarten über Gebühr beansprucht, nur weil beide Elternteile "Karriere machen wollen. Zahlen soll es die Gemeinschaft." Bürgermeister Tischler relativierte: Es gebe auch Familien, die darauf angewiesen seien. Und Frauen, die in ihrem Job erst um 18 oder 19 Uhr Feierabend hätten, ergänzte Zweite Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins. Hans Müller interessierte, warum die Preise für die Zubuchungen in Pfreimd relativ hoch seien. Laut Verwaltungsleiter Bernhard Baumer habe dies das Vorgängergremium so entschieden. Wohl mit dem Hintergrund, dass diese Eltern meist über ein Zweiteinkommen verfügen.

Auch Patchworkfamilien


Der Stadtrat beschloss, die Gebühren unverändert zu belassen. Er sprach sich ferner dafür aus, dass Geschwisterermäßigungen künftig auch für Patchworkfamilien gelten. Laut Bürgermeister soll sich der Haupt- und Finanzausschuss demnächst mit den Ausgabepositionen im Kindergarten befassen. Vielleicht ergebe sich ja die ein oder andere Kostenreduzierung.

Schnell erledigt waren die Bauanträge: Stefanie und Johannes Armer (Gnötzendorf) und Klaus Großmann (Hohentreswitz) bauen ein neues Wohnhaus, Johannes Kiener (Untersteinbach) will sein Haus umgestalten. Zur Meinungsbildung lag eine beabsichtigte Nutzungsänderung vor: In die Räume in der Freyung 3, die bis vor geraumer Zeit als Paintball-Geschäft genutzt waren, möchte ein Eisdielenbesitzer einziehen und auch einen kleinen Freibereich vor dem Haus nutzen.
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