War‘s der „Böhmische?“

Unter den Augen der Landgrafen von Leuchtenberg, die in Porträts die Wände des Bürgersaales zieren, unterzeichneten Bürgermeister Richard Tischler (vorne links) und Bürgermeister Anton Kappl (rechts) die Partnerschaftsurkunde. Der Festakt wurde von den Geschwistern Baier aus Wittschau musikalisch gestaltet. Bild: bnr
Vermischtes
Pfreimd
16.08.2016
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Die Stadt Pfreimd und den Markt Leuchtenberg verbindet eine nahezu 700-jährige gemeinsame Geschichte. Die Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde zwischen beiden Orten schließt nun so etwas wie eine historische Lücke.

Als die Landgrafen von Leuchtenberg im Jahre 1332 das Örtchen Pfreimd erwarben und ihren Wohnsitz dorthin verlegten, begann die gemeinsame Geschichte beider Orte. Seither hat sich Pfreimd gut entwickelt und darf sich stolz "Ehemalige Residenzstadt der Landgrafen von Leuchtenberg" nennen. Auf diese geschichtlichen Zusammenhänge wies Bürgermeister Richard Tischler in seiner Rede hin, mit der er eine große Abordnung Leuchtenberger Bürger im Bürgersaal der Stadt Pfreimd willkommen heißen durfte. Anlass war die Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde, welche die Verbundenheit beider Orte offiziell besiegelt und damit auch nach außen signalisiert, dass beide Gemeinden mehr verbindet als nur räumliche Nähe. Diese Gemeinsamkeit strich auch der Bürgermeister des Marktes Leuchtenberg, Anton Kappl, heraus. "Sicherlich war es der kalte, böhmische Wind, der oft über die Höhe von Leuchtenberg weht, der die Landgrafen damals dazu gebracht hat, ihren Wohnsitz nach Pfreimd zu verlegen", umschrieb Kappl humorvoll den Grund der Wohnsitzverlegung.

Was nun folgen muss, ist die Partnerschaft mit Leben zu füllen. "Wir Leuchtenberger sind stolz, eure Partner sein zu dürfen", freute sich Bürgermeister Kappl auf die gemeinsame Zukunft. Seit 1973 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Pfreimd und Grünsfeld, die auf der Zugehörigkeit beider Städte zur Landgrafschaft der Leuchtenbergern gründet. Diese Partnerschaft soll nun zu einem Dreierbündnis erweitert werden. Am 17. September wird dazu in Leuchtenberg die Gegenurkunde mit Pfreimd unterzeichnet und die Partnerschaft zwischen Leuchtenberg und Grünsfeld besiegelt. Eine so enge Verbindung zwischen drei Orten ist ein Novum in der Geschichte.

Bevor es soweit ist, musste erst die Urkunde in Pfreimd von den beiden Bürgermeistern signiert werden. Dies geschah unter den Augen der Altbürgermeister Albert Maier und Arnold Kimmerl (Pfreimd) sowie der Altbürgermeisterin Waltraud Benner-Post (Leuchtenberg). Ebenso anwesend waren die Stadt- und Markträte beider Kommunen und Vertreter von Vereinen und Verbänden. Zur feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde hatten beide Bürgermeister Geschenke mitgebracht. Bürgermeister Anton Kappl überreichte ein Gemälde der Burgruine Leuchtenberg, die oft respektvoll als "Akropolis der Oberpfalz" bezeichnet wird. Im Gegenzug übergab Bürgermeister Richard Tischler die sechsbändige Ausgabe "Die Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg" in der urkundlichen Überarbeitung von Illuminatus Wagner.

Wir Leuchtenberger sind stolz, eure Partner sein zu dürfen.Bürgermeister Anton Kappl
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