Windpark Pamsendorf geht ans Netz
Kurzer Schubs nach langem Weg

Mit einem Schubs des Landrats am Mini-Windrad wurde die Windparkanlage Pamsendorf von Dr. Christian Deglmann (rechts daneben) und Johann Turban (links) offiziell in Betrieb genommen. Bild: hfz
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Pfreimd
02.11.2016
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Wo sonst der rote Knopf gedrückt wird, um Anlagen symbolisch an den Start zu bringen, tat's im Windpark Pamsendorf ein kleiner Schubs des Landrats - und schon drehte sich das Mini-Windrad. Die fünf Anlagen der Windpark Pamsendorf GmbH& Co.KG haben hingegen einen langen Weg hinter sich, bis sie ans Netz gehen konnten.

-Pamsendorf. Der Initiator des Windparks, Dr. Christian Deglmann, begrüßte Ehrengäste und Bewohner der umliegenden Ortschaften, Gutachter, Gesellschafter und Unternehmensvertreter, die in irgendeiner Form in den Anlagenbau eingebunden waren. Nach der Regionalplansitzung im Jahr 2011 konnte der Startschuss zu weiteren Planungen gegeben werden. Eine gute Moderation mit den insgesamt zehn Grundstückseignern durch Altbürgermeister Arnold Kimmerl führte zu zufriedenstellenden Einigungen. Viel Überzeugung und Engagement stecke in diesem Projekt, das wohl inzwischen nach der neuen 10-H-Abstandsregelung in der Region nicht mehr zu realisieren wäre. Dr. Deglmann betonte, dass Landrat Thomas Ebeling Rückgrat in den Auseinandersetzungen mit den Gegnern gezeigt habe.

Für 7000 Haushalte


Deglmann erinnerte an die Verfügbarkeit kostenloser Rohstoffe und an die Katastrophen in Fukushima und Tschernobyl. Je weiter diese Katastrophen aus dem Blickfeld rücken,desto geringer sei der politische Wille, Windpark-Projekte zu realisieren. Finanzielle Ressourcen seien durch Atomkraftwerke gebunden. Dr. Deglmann setzt auf die wachsende Elektromobilität, die für alternative Stromquellen sprechen. Das Projekt "Windpark Pamsendorf" bezeichnete er als "richtungsweisend für kommende Generationen".

Dipl. Ing. Johann Turban, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft und technischer Betriebsführer, nannte die technischen Daten der Anlage. Mit 7,5 bis 13,2 Umdrehungen pro Minute laufen die Windräder und liefern ab drei Meter pro Sekunde bereits Strom. Ab 20 Meter pro Sekunde schalte sich die Anlage ab, um Schäden bei Sturm zu vermeiden. Es gebe auch Abschalteinrichtungen, um Eis- und Schattenwurf zu verhindern. Mit den fünf Windrädern können 28 Millionen Kilowattstunden Strom produziert und 7000 Haushalte versorgt werden.

Landrat Thomas Ebeling bestätigte, dass der Windpark Pamsendorf das Landratsamt als Genehmigungsbehörde nach dem Bundesemissionsschutzgesetz intensivst beschäftigt habe. Mit Akribie und großem Aufwand wurde gearbeitet. Die Klagen von Gegnern gingen durch mehrere Instanzen bis zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Doch nun können die Betreiber, 15 Unternehmer und Privatpersonen aus der Region, die fertige Anlage in Betrieb nehmen.

Kirchlicher Segen


Nachdem Pfarrerin Irene Friedrich und Pfarrer Johann Spitzhirn den Segen erteilt hatten, durften die Gäste ins Innere der Windräder gehen und einen Blick auf Transformatoren und Schaltschränke werfen. Wer wollte, konnte einen Spaziergang zur Anlage 4 am Wasserhochbehälter machen, wo die Windpark Pamsendorf GmbH&Co. KG die alte Wasserleitung der Kommune ausgetauscht und mit Elektroschiebern versehen hat.
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 03.11.2016 | 00:31  
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