Zug heuer abgefahren

Das Zeitfenster ist zu eng: Die Bauphase der Bahn, in die sich die Stadt im Oktober einklinken könnte, beträgt nur 20 Stunden. Nun werden die Stützmauer am Kellerweg in Untersteinbach und die daran vorbeiführende Straße erst im nächsten Jahr in Angriff genommen. Bild: Völkl
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Pfreimd
26.08.2016
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Die Hoffnung, dass die Stützmauer am Kellerweg doch noch heuer saniert werden kann, muss begraben werden. Das Zeitfenster, das die Bahn während ihrer Instandsetzungsarbeiten öffnet, ist für das aufwendige Vorhaben zu klein. Es gibt einen neuen Fahrplan.

"Heuer ist der Zug abgefahren", bedauert Bürgermeister Richard Tischler. Für die Stadt ist die Sanierung der Stützmauer am Kellerweg nach mehreren Anläufen zu einer unendlichen Geschichte geworden (wir berichteten). Es sah vor geraumer Zeit so aus, als ob sich die Kommune mit ihrem Projekt im August in eine reparatur-bedingte Gleissperrung der Bahn einklinken kann. Daraus wurde im Zuständigkeiten-Dschungel der Bahn nichts. Dann fand die Stadt endlich einen Anprechpartner beim "Regionalnetz Oberpfalz" und erfuhr, dass es im Oktober erneut ein Zeitfenster gibt.

Das hat sich inzwischen konkretisiert - und den Plan zunichte gemacht. Das letzte Bauvorhaben der Bahn für dieses Jahr läuft vom 18. Oktober bis 21. Oktober von 23.45 bis 4.50 Uhr. "Die hier vorgesehene Sperrung liegt innerhalb der üblichen Nachtfahrpausen und besagt nur, dass die Strecke in der Zeit auch für einen Sonderzug oder eine etwaige Umleitung gesperrt ist. Leider sind nur noch diese vier Tage mit insgesamt 20 Stunden Arbeitszeit für das Jahr 2016 vorgesehen. Das Bauvorhaben der Stadt wird jedoch mit Sicherheit im Bereich der Stützwandinstandsetzung weit mehr als 20 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen", erläutert Dipl.Ing. Gunther König vom gleichnamigen Ingenieurbüro.

Fristen einzuhalten


Königs Fazit: "Aufgrund der dann schon späten Jahreszeit, den aus förderrechtlichen Gründen festgelegten Ablaufvorschriften einer öffentlichen Ausschreibung mit Vergabefristen, und der Beauftragung durch den Stadtrat ist eine ordnungsgemäße Auftragsvergabe in der verbleibenden Zeitspanne nicht möglich." Für den diffizilen Auftrag braucht man eine kompetente Firma, die ja auch erst das Baumaterial einkaufen müsse. Für die Stützwand sei zudem eine geprüfte Statik vorzulegen. Alles Aspekte, die nach Ansicht Königs eine Nutzung der angegeben Sperrzeit inzwischen unmöglich machen.

Es liegt laut Bürgermeister Tischler auch noch keine positive Baudurchführungsvereinbarung der Bahn vor. Tischler ist jedoch zuversichtlich, "dass wir das hinbekommen", zumal sich auch die Landtagsabgeordneten Karl Holmeier und Marianne Schieder eingeschaltet hätten.

"Aus einem jetzigen Start wäre kein Vorteil zu ziehen," fasst Gunther König zusammen. Es sei davon auszugehen, dass sich die Arbeiten zur Stützwandsanierung vom Herbst in den Winter mit all seinen Problemen verschieben würde. "Und ein Verpressen der Erdvernagelung kann nur während der frostfreien Periode erfolgen".

Neuer Zeitkorridor


König regt an, dass die DB Netz AG überprüfen soll, ob im betroffenen Streckenabschnitt für 2017 weitere Gleissperrungen im Betriebsplan vorgesehen sind. Alternativ muss der Zeitkorridor im Frühjahr/Sommer 2017 fixiert werden, dann unter Nutzung der regulären nächtlichen Zugfahrpausen. Bürgermeister Tischler geht derzeit davon aus, dass die Ausschreibung des 1,1-Millionen-Projektes - davon 630 000 Euro Eigenanteil der Stadt und 470 000 Euro Förderung - im Winter läuft und die Arbeiten im Frühjahr vergeben werden. Dann kann zuerst die Mauer-, dann die Straßensanierung laufen.
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