Zwischen Kampf und Flucht
Diözesanpräses spricht über Situation im Nahen Osten

Hohen Besuch hatte die Kolpingsfamilie anlässlich ihres Ehrenabends. In Konzelebration feierten Präses Pater Thomas, Kolping-Diözesanpräses Pfarrer Stefan Wissel, Ehrenpräses Pater Bernhard Braun und Pfarrer Michael Hirmer (von links) den Festgottesdienst. Bild: bnr
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Pfreimd
26.02.2016
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Nach christlicher Tradition begann die Kolpingsfamilie Pfreimd ihren Ehrenabend (wir berichteten) mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche. Kolping-Diözesanpräses Pfarrer Stefan Wissel richtete dabei seine Gedanken auf das Leben und Werk von Adolph Kolping. Als Konzelebranten standen Präses Pater Thomas Pullomparambil, Ehrenpräses Pater Bernhard Braun und Pfarrer Michael Hirmer mit am Altar.

Adolph Kolping musste die Not und das Elend der Handwerker in der Mitte des 19. Jahrhunderts am eigenen Leib miterleben. Erst mit 32 Jahren folgte er seiner Berufung zum Priester und gründete 1849 den Kölner Gesellenverein. In diesem Sozialverband wirbt er für die Selbsthilfe in der Gemeinschaft. Auch in der heutigen Zeit hat das Werk von Adolph Kolping nichts an Bedeutung eingebüßt. Heute steht weniger die materielle Not im Vordergrund. Vielmehr gilt es, der mentalen Orientierungslosigkeit entgegen zu wirken.

Diözesanpräses Stefan Wissel gab bei seinem Vortrag im Anschluss Einblicke in den Mittleren und Nahen Osten, wo nach dem Arabischen Frühling neue Diktaturen und Terrorgebiete entstanden sind. Bereits seit den 50er Jahren seien diese subtilen Diktaturen auf dem Vormarsch. "Diktaturen entstehen da, wo die Angst vor der Freiheit herrscht", ist der Referent überzeugt und fuhr fort: "Die Religion ist nicht der Grund für die Kriege. Die Religion wird vielmehr als Vehikel benützt, um die Kriege zu transportieren."

Nach Darlegung von Pfarrer Stefan Wissel gehe es bei dem Krieg in Syrien um Macht und Einfluss der verschiedenen Clans, um Sicherung der Ressourcen und um viel Profit. "Der Krieg in Syrien ist ein hoch profitables Geschäft für alle Waffenexporteure des Westen und des Ostens", stellte er fünf Nationen an den Pranger. "Die einheimische Bevölkerung kann sich nur zwischen kämpfen oder der Flucht entscheiden".

Die Kolpingsfamilie hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Arbeitskreis Asyl in Pfreimd mitzuarbeiten. Georg Hirmer musste allerdings feststellen, dass die Bereitschaft zur Hilfe rückläufig ist. Trotz vieler Leerstände konnte bisher nur eine Wohnung vermittelt werden. Die Kolpingsfamilie bittet daher die Bevölkerung um Bereitschaft, leerstehende Wohnungen an die Flüchtlinge zu vermieten.
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