Gerresheimer und der Standort Pfreimd:
Medizintechnik in alle Welt

Wirtschaft
Pfreimd
15.09.2016
225
0

Vor zehn Jahren verkauften Hans und Bert Wilden ihr florierendes Unternehmen an den Konzern Gerresheimer. Es war die richtige Entscheidung. Gerresheimer investierte 50 Millionen Euro in den Standort Pfreimd. Seitdem verdoppelte sich dort der Umsatz auf mehr als 110 Millionen Euro und die Zahl der Mitarbeiter stieg von 400 auf heute 750.

Die erfolgreiche Entwicklung der Gerresheimer AG schlägt sich auch im Kurs der Aktie nieder: Ihr Wert hat sich seit 2008 nahezu verfünffacht: von 15 auf knapp 73 Euro. Der weltweit führende Zulieferer für die Pharma- und Healthcare-Industrie - mit Spezialprodukten aus Glas und Kunststoff - zählt international über 40 Werke und insgesamt 10 700 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 2015 rund 1,4 Milliarden Euro. Die Fertigung von Weckgläsern, Maßkrügen oder Standard-Billig-Flaschen ist längst Vergangenheit: Mit dem Geschäftsbereich Medical Systems konzentriert sich Gerresheimer (Hauptsitz in Düsseldorf) als Global Player auf Produkte aus Glas und Kunststoff wie Inhalatoren, Insulin-Pens, Autoinjektoren, Labor-Einmalartikel, Schnelltests, Stechhilfen und Lanzetten, Katheter u. a.: von der Entwicklung über das Design bis zum fertigen Produkt - ganz nach den Wünschen der Kunden. Sie ordern auch die hochautomatisierten Spezialmaschinen für die Herstellung. 430 Ingenieure und Techniker in Wackersdorf bauen weitgehend diese roboterähnlichen Maschinen.

Fertigung rund um die Uhr


18 000 Quadratmeter der 2,8 Hektar großen Produktionsfläche in Pfreimd sind als steriler Reinraum ausgelegt: Der Wirtschaftsclub Nordoberpfalz fühlte sich beim Besuch seines Mitgliedsunternehmens denn auch in eine andere Welt versetzt, schwer beeindruckt von Effizienz und Professionalisierung. Geschäftsführer Manfred Baumann erläuterte die Struktur des Unternehmens, das in Pfreimd für die Medizin Großserien bis zu einer Milliarde Exemplare im Jahr fertigt - und dabei in bestimmen Bereichen unangefochtener Weltmarktführer ist. 400 Millionen Spritzen aus Glas (die Formung des Materials erfolgt vor Ort) oder 120 Millionen Mini-Inhalatoren finden sich ebenso im Portfolio wie diffizile Gerätschaften für die Labor- und Molekulardiagnostik, Sets für Drogen-Schnell-Tests oder Blut-Pumpen.

Die 116 Spritzguß-Maschinen der 35 Montage-Linien in Pfreimd laufen mit wenigen Ausnahmen 24 Stunden an sieben Tagen. Sogar das 600 Quadratmeter große Lager ist für 2200 Paletten als Reinraum ausgelegt. Gleichsam das Pendant zum Standort Pfreimd ist das "Partner-Werk" mit 650 Beschäftigten in Westböhmen, nordöstlich von Domazlice (Taus). Geschäftsführer Baumann betonte die "extrem intensive Zusammenarbeit" mit der OTH Amberg-Weiden. Hans Wilden initiierte 2004 diese "Erfolgsgeschichte".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.