Anwohner setzen sich durch

Lokales
Pirk
23.12.2014
11
0

"Mit den Temposchwellen in der Magdeburger Straße wollte man den Anwohnern etwas Gutes tun", meinte Bürgermeister Michael Bauer. Nach nur einem halben Jahr wollen die Betroffenen nun lieber niedrigere Hindernisse zur Verkehrsberuhigung.

"Die Schwellen sind ein Ärgernis. Wenn man zu langsam heranfährt, stirbt bei etwas zu wenig Gas der Motor ab, gibt man zu viel Gas, drehen die Räder durch", erzählten Betroffene nach der Gemeinderatssitzung.

49 von 53 Anwohner hatten deshalb einen Antrag eingereicht, den Bürgermeister Bauer verlas. Darin stellten die Betroffenen fest, dass sie nicht grundsätzlich gegen die Schwellen seien, aber gegen die Ausführung. Wie Bauer erklärte, seien diese auf eine Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Stunde ausgelegt. Damit wurde die Magdeburger Straße zur Spielstraße. "Wenn man mit sechs drüberfährt, gibt es kein Problem", merkte Bauer an.

Gemeinderat und Anwohner Matthias Forster mahnte an, dass Alternativen den gleichen Effekt bringen müssten wie die jetzigen Schwellen. Martin List betonte, dass der Beschluss 2012 auf eine Unterschriftenaktion der Anwohner hin erfolgt sei. Die neuen Vorschläge der Anwohner gingen nun wieder weg von der Spielstraße hin zu einer Tempo-30-Zone.

Effektivste Lösung

Hildegard Schreier stellte fest, dass die Anwohner eigentlich geeignete Maßnahmen zur effektiven Verkehrsberuhigung wollten. Die Schwellen seien die effektivste. "Nun sagen die Anwohner, sie wollen diese Effektivität nicht." Zweiter Bürgermeister Alexander Radlbeck meinte, dass man wohl den Spagat zwischen maximaler Sicherheit für die Kinder und maximalem Komfort für die Autofahrer schließen müsse. Nach langer Diskussion musste das Gremium entscheiden: die Schwellen belassen wie sie sind oder niedrigere, für Tempo 30 ausgelegte montieren. List, Tobias Forster und Klaus Ermer wollten keine Änderung, neun Gemeinderäte und Bürgermeister Bauer votierten für neue, dann niedrigere Hindernisse.

Zum Bebauungsplan für das Areal "Zum Webergraben" trug Architekt Martin Gebhardt vom Büro "Juretzka Architekten" die Anregungen der Behörden vor. Einige seien teils nicht für notwendig befunden worden, andere habe man in den Bebauungsplan eingearbeitet. Den Satzungsbeschluss fassten die Gemeinderäte einstimmig.

Ebenso genehmigte das Gremium den Bauantrag von Josef Kick in Pischeldorf für ein Fahrsilo, das schon steht. Auch die Bauanträge von Stefan Lindner, Enzenrieth, der eine Leichtraummehrzweckhalle errichten will, und von Josef Gmeiner, Hochdorf, für den Anbau einer Verladehalle segneten die Räte ab. Gegen die Stimmen von Bürgermeister Bauer, Lorenz Gebert und Josef Kummer lehnte das Gremium allerdings die Pläne von Margot und Dr. Joseph Fesenmair aus München ab. Diese hatten für die Errichtung eines Doppelhauses eine Änderung im Bereich der Grundstücksgrenze, insbesondere Abgrabungen, Aufschüttungen und Stützmauern, beantragt.

"Ein Schwarzbau"

Bürgermeister Bauer war der Meinung, dass die Maßnahme aufgrund der Hanglage vertretbar sei. Sein Stellvertreter Radlbeck merkte an, dass es sich hier nach wie vor um einen Schwarzbau handle. Nicht alle Nachbarn hätten unterschrieben. "Die Sache wäre zu lösen, aber wenn einer nicht reden will, dann kommt es eben so", resümierte Radlbeck. Einstimmig genehmigt wurde der Antrag der SpVgg Pirk auf Nutzung der Schulaula für zwei Basare.
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)Bebauungsplan (4090)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.