Ein historischer Fall von Zauberei in Rupprechtsreuth
"Der Hexenpeter"

Lokales
Pirk
26.11.2015
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Geisterbeschwörungen. Sage oder wahre Begebenheit? Heimatdichter Bernhard Weigl rekonstruiert die finstere Sage vom "Hexenpeter" mit historischem Hintergrund auf Schloss Rupprechtsreuth. Das Ganze wird serviert mit Oberpfälzer Zoigl, deftigen Brotzeittellern und mittelalterlicher Musik im Gewölbesaal der Brauerei Schwab in Pirk.

Die Kulturfreunde Pirk setzten mit dem Abend wieder ein Ausrufezeichen mit ihrem Vorhaben, Autoren aus der Oberpfalz eine Plattform zu bieten. Weigl aus Mantel und sein "Hexenpeter", kredenzt zu Zoigl, deftigen Brotzeittellern und garniert mit mystischer Musik der Gruppe "Amici Musicae Antiquae", war eine gelungene Symbiose. Es stand im Einklang mit dem Ambiente des Gewölbekellers, in dem die 50 Besucher in die Zeit um 1740 entführt wurden, wo es im Schloss Rupprechtsreuth im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Teufel zuging.

Weigl trat in typischer Kleidung des 18. Jahrhunderts auf, auch mit dem Haselnussstecken, der früher der klassische Zauberstab war. Er bereitete die Zuhörer auf die Geschichte des berühmten Sagenforschers Franz-Xaver von Schönwerth vor, die dieser in seinem Werk "Aus der Oberpfalz - Sitten und Sagen" veröffentlicht hatte. Weigl führte die Zuhörer in eine finstere Teufelssage ein, in der der "König der Hölle" herbeizitiert wurde. Der 1717 in Mantel geborene Franz Peter Peter, genannt "Hexenpeter", war Zeuge des Erscheinens von "Culimeto", der zum Suchen eines Schatzes herbeigerufen worden war.

Hier ging es der Freifrau von Junker auf Rupprechtsreuth darum, mit einer Geisterbeschwörung einen Schatz in ihrem Schloss aufzuspüren. Dabei behilflich sollte ihr der Jäger "Franz Peter Peter" sein, der sich auf Geisterbeschwörung verstand.

Mit Blut unterschrieben

Die Freifrau musste den Auftrag mit ihrem eigenen Blut unterschreiben. Dies flog aber auf. Kurfürst Karl Theodor kam hinter die Schliche, und weil es sich um eine Dame der höheren Gesellschaft handelte, sollte das Ganze nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Schließlich stand damals auf "Zauberei" der Tod durch das Feuer. Freifrau von Junker wurde im "Vesten Haus" in Weiden vernommen, Franz Peter im Jahr 1746 verhaftet und ins Gefängnis nach Sulzbach gebracht. Der Freifrau passierte nichts, sie wurde 1783 in der Friedhofskirche in Sulzbach-Rosenberg begraben. Der "Hexenpeter" starb mit 76 Jahren. Es wird vermutet, dass seine Gebeine noch im alten evangelischen Friedhof in Mantel liegen.

Die Geschichte hat tatsächlich stattgefunden, weil sie im Hauptstaatsarchiv in München nachzulsesen ist. Ob sie in der dramatischen Form stattfand, lasse sich nicht klären, "Aber man fühlt sich beim Lesen in Goethes Faust versetzt", resümierte Autor Weigl.
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