Hoffnung auf Kontinuität

Platz für eine neue zehn Millionen Euro teure Druckmaschine ist in den Werkshallen von Constantia Hueck genügend. Verantwortliche und Beschäftigte hoffen, dass auch nach dem Eigentümerwechsel die Zusage zum Kauf der Anlage nicht nur weiterhin besteht, sondern auch umgesetzt wird. Bild: ui
Lokales
Pirk
29.01.2015
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Die Kartellbehörden müssen dem Eigentümerwechsel des österreichischen Verpackungsspezialisten Constantia von amerikanischen zu französischen Finanzinvestoren noch zustimmen. Solange das nicht geschehen ist, bleibt auch für Hueck das begründete Prinzip Hoffnung.

"Die Transaktion wird im ersten Halbjahr über die Bühne gehen", sagte Constantia-Sprecher Daniel Smith zum Zeitplan des Verkaufs des österreichischen Verpackungskonzerns Constantia Flexibles, zu dem auch das Hueck-Werk in Pirkmühle seit 2007 gehörte. Wie berichtet zahlt die französische Wendel- Gruppe 2,3 Milliarden Euro an den bisherigen Eigentümer OEP.

Kein Sonderangebot

Unter Finanzexperten gilt dieser Preis, der sich aus dem neunfachen des Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und auf immaterielle Vermögenswerte) errechnet, nicht gerade als Schnäppchen. Er bewege sich aber im normalen Bereich dieser Branche. Wendel habe die Strategie, langfristig als Mehrheits- oder größter Aktionär in Unternehmen mit guter oder führender Positionierung zu investieren.

Die Franzosen sind interessiert an Firmen, die an Nummer eins oder zwei ihrer Märkte mit hohen Eingangsbarrieren agieren und auch gut Schwankungen überstehen. Ziel sei es, die Unternehmen zu stärken und normalerweise in drei bis fünf Jahren an die Börse zu bringen.

Bei Hueck heißt es, dass im vergangenen Jahr der Gewinn gestiegen sei, obwohl der Umsatz rückläufig war. Angeblich ist der Maschinenpark in einigen Teilen veraltet. Demgegenüber standen aber auch Investitionen im Filmbereich sowie die Zusage für eine neue zehn Millionen Euro teure Druckmaschine in diesem Segment, in dem vor allem Verpackungen für Süßwaren gefertigt werden.

Der neue Eigner sei begeistert vom Geschäftsmodell der Constantia, berichtete Smith. Pirkmühle sei ein wichtiger Standort in der Gruppe. "Das Geschäft läuft weiter." Mehr sei zum momentanen Zeitpunkt über die künftige Ausrichtung noch nicht zu sagen. Geschäftsführer Dr. Dr. Thomas Eck wollte zur aktuellen Entwicklung keine Stellungnahme abgeben.

"Wir sind heuer 95 Jahre am Standort. Normalerweise gibt es da ein Geschenk. Wir aber werden erst einmal verkauft. Mal schauen, was wir von den neuen Eltern als schönes Willkommensgeschenk bekommen", kommentierte der Vorsitzende des Vertrauenskörpers bei Constantia Hueck, Josef Bock, mit einem Schmunzeln den am Tag vor Weihnachten bekannt gewordenen Eigentümerwechsel. Er ist optimistisch. "Bei uns stimmen Leistung und Mannschaft. Wir haben auch schon die vergangenen Jahre genutzt, um noch attraktiver zu werden."

IG Metall aufmerksam

Bei der zuständigen Gewerkschaft seien Signale angekommen, dass es in Pirkmühle so weiter gehe wie bisher, berichtete der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Horst Ott, aus Amberg. "Wir sind aufmerksam, gucken die Entwicklung an und schauen dann die Interessenlage an." Man werde die Leute auch künftig begleiten. "Wenn jemand in dem Betrieb etwas groß verändern wird, bleibt eine Konstante, und das ist die IG Metall."
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