Lernen heißt nicht nur pauken

Franz Probst sieht in dieser Pose ein bisschen aus wie Fußballspieler Thomas Müller. Von Sport hält er überhaupt viel. Bewegung schärfe ähnlich wie Musik die Konzentrationsfähigkeit von Schülern. Bilder: zer (2)
Lokales
Pirk
06.03.2015
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Das Motto war durchaus originell. "Gebrauchsanweisung fürs Gehirn" hatte Franz Probst aus Theuern seinen Vortrag in der Mittelschule überschrieben. Ziel dieser Anleitung: besser lernen, bessere Noten. Dafür warb der Gymnasiallehrer mit viel Humor.

In der Turnhalle hörten 230 Eltern und Kinder aus vier Schulen zu: aus Bechtsrieth, Schirmitz, Luhe-Wildenau und Pirk. Eingeladen hatten die Elternbeiräte.

Gleich zu Beginn erstaunte Probst mit einem Trick, nämlich dem Zusammenspiel von Essen, Bewegung, Gehirn und geistiger Leistungsfähigkeit. "Wir haben zwei Gehirnhälften, doch die Leistung hängt von der Vernetzung beider Hälften ab. Das Hirn ist der größte Computer im Universum, und er kommt ohne Gebrauchsanweisung aus." Es funktioniere nicht, wenn die Kinder es möglichst wenig benutzen. In fünf Schritten könne man dies verbessern.

Kinder, die sich ausreichend bewegten, hätten oft auch gute Noten. Daher sollten sich Eltern fragen, ob es immer richtig sei, Sohn oder Tochter von der Schule mit dem Auto abzuholen. Zum sinnvollen Lernen gehörten ferner ein geordneter Arbeitsplatz, ein Zeitplan und Lernpausen. Durch mentale Stärke zum Erfolg: Das heißt auch Entspannung. Optimale Prüfungsvorbereitung sollte ruhig vonstatten gehen. Probst befasste sich auch mit Konzentration. Mit einem Zaubertrick ließ er Bälle verschwinden.

Damit zeigte er dem Publikum, wie leicht Aufmerksamkeit schwindet. So arbeite beim Fernsehschauen nur eine Gehirnhälfte, die andere ruhe. Die Konzentration schwankt im Tagesverlauf. Morgens steigt sie an, dann fällt sie ab, steigt wieder, bis sie abends in den Keller fällt. Bewegung und Sport transportierten wieder Sauerstoff ins Blut und ins Gehirn. "Die Schüler bauen Stress ab, senken den Blutdruck und produzieren Glück." Das passiere auch, wenn sie einen Spickzettel schreiben. "Der sollte jedoch nicht benutzt werden."

Ein Erfolgserlebnis, etwas kapiert zu haben, bedeute einen Motivationsschub. "Bitte keine materiellen Belohnungen, lieber ein ehrlich gemeintes Lob", empfahl der Referent. Fazit: Nicht die Größe des Gehirns ist maßgebend, sondern wie gut linke und rechte Gehirnhälfte kooperiern.

"Links sitzen die Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben und rechts die für Kunst und Musik. Kinder, die Musizieren, haben eine bessere Auffassungsgabe."
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