"Pirker Brettl" legt eine furiose Version des Lustspiels "Morgens Fango, abends Tango" auf die ...
Wenn die Kur aus dem Ruder läuft

Kostüme, Kulisse und vor allem die schauspielerische Leistung stimmten. Mit einem humoristischen Feuerwerk begeisterten die Akteure des "Pirker Brettl" ihr Publikum bei der Premiere im ausverkauften Pfarrheim. Bild: fz
Lokales
Pirk
11.05.2015
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Dreieinhalb Stunden lang darf gelacht werden. Mit dem Stück "Wenn einer eine Reise tut - morgens Fango, abends Tango" von Regina Rösch setzte das "Pirker Brettl" ein Glanzlicht in Sachen Inszenierung und Darstellung.

Turbulent ging es zu: Plötzlich fanden sich sogar Zuschauer auf der Bühne wieder. Der Fischerberg rutschte in die Naab und löste einen Tsunami aus, bei dem die Feuerwehr Bechtsrieth als Retter auftrat.

Bevor sich der Vorhang öffnete, hörte das Publikum in der Nachrichtensendung "Pirk Aktuell", dass die ganze Welt Schirmitz zur zehnten Ampelüberquerung nach vier Jahren gratuliert. Gezeigt wurde danach, wie sich Oswald Huber (Thomas Fritsch) und Emil Bremser (Andreas Albrecht) mit dem Auto zur Kur auf den Weg machen. Der Abschied der beiden Ehefrauen Helga Huber (Annette Frischholz) und Betty Bremser (Alexandra Bock) ist alles andere als herzlich: "Fahrt's der Sau in Arsch rein."

Doch Betty und Helga machen sich mit auf den Weg nach Bad Füssing. Oswald und Emil erholen sich dort seit 20 Jahren nach dem Motto "morgens Fango - abends Tango" jedes Jahr drei Wochen vom Stress, der nun eine andere Dimension erreicht, weil die anwesenden Ehefrauen den Kurerfolg gefährden.

Bei den Füssing-Tagen kommt es anders als in den Vorjahren. Bei der wöchentlichen "Frischfleischlieferung" entdecken Oswald und Emil mit Jaqueline Niedermüller (Marion Gatz) und Chantal Obermeier (Doris Albrecht) zwei "saftige Rippchen", mit denen sie sich eine Besserung ihrer Leiden vorstellen können. Es werden Pläne geschmiedet, die die beiden Ehefrauen durchschauen. Helga und Alexandra laufen im zweiten Akt zur Höchstform auf. Und auf einmal tritt die Schweizer Masseurin Susi (Melanie Neiser), die der "Stress hier ankäst" aus einer Nebenrolle ins Rampenlicht. Helga und Betty versuchen ihre aus dem Ruder gleitenden Männer mit deren Waffen zu schlagen und angeln sich die beiden dubiosen Heiratsschwindler Adalbert von Stadelhofen (Karl Wittmann) und Ferdinand van Cartier (Stephan Schieder).

Nicht nur nach dem Finale brauste Applaus auf, immer wieder kommentierten die Zuschauer einzelne Szenen mit reichlich Applaus. Von einem unterhaltsamen Abend im Pfarrheim zu sprechen, wäre untertrieben. Alle, die sich für die zehn ausverkauften Vorstellungen Karten sichern konnten, dürfen sich auf begeisterndes Laienspiel auf hohem Niveau freuen.
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