Rat dreht an Gebührenschraube

Lokales
Pirk
14.11.2014
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Wasser trinken ist künftig billiger, Wasser lassen teurer, und Sterben wird subventioniert. Außerdem sagte der Gemeinderat Nein zu zwei Bauanträgen.

Schon in der Oktober-Sitzung hatte der Gemeinderat einen Bauantrag abgelehnt. Am Dienstag folgte das Nein für zwei weitere Gesuche. Erst zu bauen und wenn es dann brenne, doch noch einen Bauantrag einzureichen, dafür hatte Martin List kein Verständnis. Das gesamte Gremium schloss sich seiner Meinung an.

Garage oder Scheune

Im ersten Fall ging es um eine Garage, die Michael Lindner Am Mitterweg bauen wollte. Wie Bürgermeister Michael Bauer ausführte, hatte das Landratsamt den Bau eingestellt, weil kein genehmigter Bauplan vorliegt. Es gibt auch erhebliche Abweichungen vom Bebauungsplan. Der Rathauschef verlas das Schreiben einer Nachbarin, in dem diese erläutert, warum sie ihre Unterschrift nicht unter das Vorhaben setzte.

Das Gebäude mit einer Größe von 10,91 mal 7 Metern in einem Wohngebiet wird nach ihrer Meinung keine Garage, sondern eine landwirtschaftliche Scheune. Das Landratsamt habe auch wegen des Abstandes zur Bebauung beim Brandschutz erhebliche Bedenken.

Lorenz Gebert merkte an, dass er dem Vorhaben auch nicht zugestimmt hätte, wenn der Bauantrag vor Baubeginn eingereicht worden wäre. Klaus Ermer stellt fest, dass man den Bebauungsplan nicht zum Spaß aufgestellt habe. Die Räte waren sich einig, hier ihr Veto einzulegen.

Nicht so klar war die Entscheidung, mit 7:5 Stimmen einen weiteren Antrag abzulehnen. Hier ging es um die Errichtung von je zwei zusammengebauten Scheunen in der Nähe von Pischeldorf durch Erich Kick. Auch hier ist der Bau eingestellt, weil kein Bauantrag vorliegt. Es gibt zwar keine nachbarrechtlichen Probleme, aber das Vorhaben liegt außerhalb der normalen Bebauung.

Die erste Scheune steht schon über 15 Jahre, schätzte Bürgermeister Bauer. Das Problem ist der Außenbereich. Hier müsse der Bauherr eine landwirtschaftliche Nutzung nachweisen. "Wieder nicht der legale Weg, das wird in Pirk langsam Mode", ärgerte sich Gebert. "Wir haben noch eine weitere Baueinstellung erhalten, die aber steht heute nicht an, informierte das Gemeindeoberhaupt.

Keine Probleme gab es dann mit dem Gesuch von Regina Bodensteiner für den Umbau der Doppelhaushälfte mit einer Dachgaube. Auch Uwe Schmidt darf seine Terrasse wie geplant überdachen

VG-Kämmerer Sven Lederer legte die Kalkulation der Wasser- und Abwasserpreise für die nächsten vier Jahre bis 2018 vor. Das Wasser kostete bisher 1,84 Euro für den Kubikmeter. Künftig wird es 3 Cent billiger.

Anders sieht es beim Abwasser aus. Hier wurden bisher 2,07 Euro für den Kubikmeter erhoben. Der neue Preis liegt bei 2,75 Euro für den Kubikmeter. Der Kämmerer führte ein Defizit von 155 000 Euro in den vergangenen Jahren an. Darin sind schon 49 500 Euro von Hochdorf enthalten, die in die letzte Kalkulation nicht eingearbeitet worden waren.

Auch bei den Friedhofsgebühren legte der Kämmerer eine neue Rechnung vor. Das Landratsamt hatte den Deckungsgrad der bisherigen Kosten beanstandet. Eigentlich müssten 514 Euro für das Einzelgrab, 785 Euro für das Doppelgrab und 946 Euro für das Urnengrab für einen Zeitraum von 25 Jahren erhoben werden. Die Nutzung des Leichenhauses würde pro Todesfall mit 828 Euro zu Buche schlagen.

Urnengrab für 650 Euro

Bürgermeister Bauer riet zu einer moderaten Anhebung der Gebühren, der sich der Gemeinderat einstimmig anschloss. So kostet das Einzelgrab künftig 350 Euro (bisher 325 Euro) und das Doppelgrab 650 Euro (615).

Die Gebühren der alten Urnengräber in der Betonwand) wird man von 400 auf 450 Euro erhöhen und für die neuen Stelen- und Erdurnengräber statt bisher 615 Euro künftig 650 Euro berechnen. Die Gebühr für das Leichenhaus steigt von 130 auf 150 Euro an.
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