Rund ums Rohr

Lokales
Pirk
06.10.2015
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"Alles, was unter der Erde passiert", stand nach Aussage von Bürgermeister Michael Bauer im Fokus des Gemeinderats. Ein Ingenieur referierte über den Zustand der Kanäle unter dem Dorfplatz. Weiteres Thema waren Rohre für Internetleitungen.

Herbert Käs vom Ingenieurbüro Kohl in Weiden erklärte, dass zwei Kanalsysteme für Abwasser unter der Gemeinde verliefen: eine Bachverrohrung und ein Mischwasserkanal. Erstere sei ein Relikt aus früheren Zeiten und ein guter Ausgleich bei Starkregen.

Kanalrohr stark beschädigt

Doch die Rohre seien stark angegriffen. Wer in die Bachverrohrung einleitet, war noch unklar. Käs vermutet Regenwasser aus dem Bereich Burgstuhl und Feuerwehrhaus sowie anderen Anwesen. Der Ingenieur riet dringend, die Rohre im Bereich des Dorfplatzes ab dem Kriegerdenkmal zu erneuern.

Der Mischwasserkanal sei in gutem Zustand. Zudem habe die hydraulische Messung ergeben, dass nur einige Teilbereiche überlastet seien. Für eine Erneuerung spreche allerdings, dass die Asbestzement-Rohrleitungen schon über 50 Jahre altund anfällig für Schäden seien. Für die Wasserleitungen empfahl der Ingenieur Ringleitungen und Wasserentnahmestellen, etwa im Bereich Rathaus und alter Schmiede. Grob schätzte er die Kosten der Bachverrohrung auf 70 000 bis 80 000 Euro netto, 60 000 Euro für den Mischwasserkanal und 15 000 Euro für die Wasserleitungen.

Kanzlerzitat

Bürgermeister Bauer fasste die Meinungsbeiträge vieler Gemeinderäte zusammen. "Der Neubau der Bachverrohrung ist, da zitiere ich mal die Bundeskanzlerin, ,alternativlos'." Zudem sprach er sich für die Sanierung des Mischwasserkanals und der Wasserleitungen aus. Es hätte keinen Sinn, den Dorfplatz aufwendig zu erneuern, um ihn dann nach fünf Jahren wegen eines defekten Rohrs wieder aufzureißen. Einstimmig folgten ihm die Fraktionen.

Auch die Rohre zur Verlegung des Breitbandnetzes beschäftigten die Räte. Bereits im Oktober hatte die Gemeinde der Firma Vodafone die Erlaubnis erteilt, Kabel von Schirmitz bis zum Ortsausgang zu legen. Dabei wird die Baumaßnahme genutzt, um den Gehsteig von der Tankstelle bis zur Einmündung Rothenstädter Straße zu pflastern. Der Mobilfunkanbieter zahlt die Arbeiten, die Gemeinde die Pflastersteine.

Zusätzlich kam die Idee auf, gleich noch Leerrohre für das Breitbandinternet im Boden zu verlegen. Wenn das Untere Dorf erschlossen wird, könnten diese an einen Betreiber verkauft oder vermietet werden. Die Firma, die Vodafone für die Bauarbeiten beauftragt hatte, bezifferte die Kosten der Verlegung auf 19 800 Euro netto.

Leerrohr für Breitband

Die Räte entschieden sich einstimmig zur Anschaffung der Leerrohre. Die Bauarbeiten beginnen bereits im Oktober.
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