Steuern drücken Schuldenstand

Lokales
Pirk
19.02.2015
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Die Gewerbesteuer lässt die Kasse der Gemeinde Pirk klimpern. Dennoch warnt der Kämmerer vor zu hohen Ausgaben.

Der Verwaltungshaushalt der Gemeinde schließt mit 5 070 447 Euro ab. Der Vermögensetat hat ein Volumen von 2 168 787 Euro. Zu den größten Einnahmen beim Verwaltungsteil gehört die Gewerbesteuer mit voraussichtlich 2 170 000 Euro. Im Gegenzug muss die Kommune davon von vornherein 515 000 Euro Gewerbesteuerumlage abgeben.

Außerdem führen die hohen Einnahmen bei der Gewerbesteuer in den letzten beiden Jahren zu einem Wegfall der Schlüsselzuweisungen. Gleichzeitig muss die Gemeinde aber 1 586 000 Euro Kreisumlage an der zahlen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Erhöhung um 975 990 Euro oder 159,9 Prozent. Bürgermeister Michael Bauer warnte deshalb vor einem Luftsprung angesichts sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen.

Sparsamkeit angemahnt

Kämmerer Sven Lederer blies ins gleiche Horn: "Die Erhöhung von Kreisumlage und der Wegfall der Schlüsselzuweisungen sind die spürbaren negativen Auswirkungen der guten Einnahmesituation." Deshalb sah der Kassenexperte die Notwendigkeit, für einen weiteren Schuldenabbau sparsam zu wirtschaften.

Ausführlich stellte Lederer im Gemeinderat den Haushaltsplan vor. Erfreulich: Kreditaufnahmen für Investitionen sind nicht vorgesehen. Der Rückgang des Gesamtvolumens des Haushaltes gegenüber dem Vorjahr um rund 614 000 Euro ist dem Minus im Vermögensteil geschuldet.

Neben den Einnahmen aus der Gewerbesteuer macht auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 810 000 Euro einen großen Batzen aus. Der Kämmerer machte darauf aufmerksam, dass dieser Betrag aber noch mit Vorsicht zu genießen sei, weil er auf einer Schätzung vom Vorjahr beruhe.

Der Gemeindeanteil aus der Umsatzsteuer beträgt rund 125 000 Euro. Die Null bei den Schlüsselzuweisungen stehe voraussichtlich bis 2018 im Haushalt. Durch den Verkauf eines großen Unternehmens erhalte die Gemeinde aus dem Aufkommen der Grunderwerbsteuer rund 100 000 Euro.

Im Vermögensetat ist die Baumaßnahme "Zum Webergraben" mit 500 000 Euro eingeplant. Der Bauhof soll einen 100 000 Euro teuren Kommunaltraktor bekommen. Außerdem sind die Baumaßnahmen enthalten, die bereits in Vorjahren begonnen und nahezu abgeschlossen wurden.

2,5 Millionen Euro Minus

Die finanzielle Lage erlaubt es ganz deutlich, dem Vermögenshaushalt den vorgeschriebenen Mindestbetrag zuzuführen. Zur Stärkung des Haushaltes werden aber Rücklagen in Höhe von 700 000 Euro zugeführt. Der Schuldenstand soll zum Jahresende auf 2 456 297 Euro zurückgehen.

Nach der Vorstellung des Haushaltsplanes haben die Gemeinderatsmitglieder jetzt Gelegenheit, das komplexe Zahlenwerk nochmals zu überdenken und eventuelle Änderungswünsche oder Anregungen vorzubringen. Die Beschlussfassung erfolgt in der nächsten Sitzung.
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