Berglauf-WM
Zeus und die Sehnsucht nach dem Podest

Auf den letzten zwei Kilometern kamen die Schmerzen: Maximilian Zeus (rechts) auf dem Weg zum Ziel. Der Pirker wurde bei der Berglauf-WM in Bulgarien 27. Mit dem deutschen Team landete er auf Platz 4. Bild: hfz
Sport
Pirk
13.09.2016
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Es ging steil bergauf - im Gelände, aber auch in den Ergebnislisten. Der Pirker Maximilian Zeus war von seiner Platzierung bei der Berglauf-WM in Bulgarien völlig überrascht.

Sapareva Banya/Pirk. Das macht Appetit auf mehr. "Wenn man so nah am Podest steht, will man natürlich auch drauf." Maximilian Zeus aus Pirk, der für die DJK Weiden startet, wurde mit dem deutschen Team bei der Berglauf-WM im bulgarischen Sapareva Banya Vierter. Und stand bei der Siegerehrung knapp neben dem Podium. Beim Sieg der USA in der Mannschaftswertung holten die Italiener und die Mexikaner die weiteren Medaillen.

Der oft als undankbarer vierter Platz titulierte Rang sorgte aber beim Oberpfälzer für Glücksmomente: "Wir haben die traditionell starken Briten und Franzosen hinter uns gelassen", sagte Zeus nicht ohne Stolz. Und er freute sich vor allem über sein starkes Einzelergebnis. In 1:08:40,92 Stunden legte er die 12,7 Kilometer bei knapp 1500 Höhenmetern zurück. "Ich wusste bis 500 Meter vorm Ziel gar nicht, wo ich platziert bin. Ich dachte, irgendwo zwischen Platz 50 und 70." Er landete auf Platz 27 in dem 150 Mann starken Feld.

Die Strecke im Rila-Gebirge lag dem 21-Jährigen. Ein flacher Einstieg, bei dem Zeus das Rennen mit Bedacht anging und dann schnell viele Läufer vor ihm einkassierte. Zwei Kilometer vor Schluss gab es dann den brutalen Anstieg auf gut 2100 Meter. "Bis dahin hat mir noch fast nichts weh getan." Es lief nicht nur mit den Beinen, sondern auch mit dem Kopf. "Dabei war dieser Abschnitt sehr wurzelig und technisch sehr anspruchsvoll." Gut 6 Minuten kam Zeus hinter Joseph Gray ins Ziel. Der US-Amerikaner siegte aber nur, weil ein Läufer aus Uganda disqualifiziert wurde. Der hatte sich nämlich einige Kilometer vor dem Ziel einen "Hasen" besorgt. Der Juniorläufer machte für ihn am Berg das Tempo. Was die Afrikaner nicht wussten - das ist nicht erlaubt.

Zeus nahm das amüsiert zur Kenntnis. Für ihn zählte nur, dass er sich im Vergleich zum Vorjahr (Rang 78 in Wales) enorm verbessert hatte. In diesem Jahr wird der Oberpfälzer noch einen Berglauf in Angriff nehmen, ehe der BWL-Student, der zur Zeit ein Praktikum bei Witt Weiden absolviert, ein bisschen Pause macht. Im November beginnt schon wieder das Grundlagentraining. Im Juli 2017 steht dann die Berglauf-Europameisterschaft im slowenischen Kamnik an. Da bei der WM aus Europa nur die Italiener stärker waren als die Deutschen, ist es gut möglich, dass Zeus und seine Kollegen dort endlich aufs Podest dürfen.

Ich wusste bis 500 Meter vorm Ziel gar nicht, wo ich platziert bin.Maximilian Zeus
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