Abschied mit Herz
Konrektorin Dorothea Praller geht in den Ruhestand

Dorothea Praller fliegen förmlich die Herzen der Kinder zu. Die langjährige Konrektorin an der Pirker Schule geht in den Ruhestand. Bild: zer
Vermischtes
Pirk
23.02.2016
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Am Vormittag hatte Konrektorin Dorothea Praller noch die Halbjahreszeugnisse an ihre Schüler verteilt. Wenige Augenblicke später erhielt sie selbst von den Schülern und Kollegen ein Zeugnis. Allerdings gab es Schokoherzen statt Noten.

Auf einem roten Teppich schritt die scheidende Konrektorin nach einem Abschiedsbesuch bei den Kindergartenkindern, die derzeit ebenfalls in der Josef-Faltenbacher- Schule untergebracht sind, auf einem roten Teppich in die Aula.

Immer zur Stelle


Begleitet von den Schülern ihrer Klasse nahm sie selbstgebastelte rote Herzen in Empfang, um dann auf einem Sessel Platz zu nehmen. 38 Jahre war sie an der Schule und gab Generationen von Schülern das Rüstzeug fürs Leben mit. Jetzt wünschten ihr die Erst- und Zweitklässler mit einem Gedicht zum Ruhestand das Beste. Die Kinder der dritten bis fünften Klassen sangen gemeinsam mit der Partnerklasse "Im Klassenzimmer - da steht's nimmer."

Isolde Schinner und Gerlinde Kuschel überreichten ihrer scheidenden Kollegin goldene Herzen und blickten auf die 38 Jahre Prallers an der Pirker Schule zurück. Kathrin Bauer hat das Amt der Betreuungslehrerin von der künftigen Pensionärin übernommen: "Aber du bekommst den Preis als beste Betreuungslehrerin, denn nicht nur den Schülern, auch den Junglehrern an unserer Schule standest du immer zur Seite." Sportbeauftragter Matthias Werner hatte mit Kollegen einen Tanz einstudiert, bei dem die sportbegeisterte Lehrerin gleich mitmachen musste.

Und Ferdinand Schönberger übersetzte ihre Lieblingsfächer "GSE" mit "genial, spannend und effektiv". So habe Praller gelehrt. Hedi Leipold und Ute Bäumler-Wiesent betonten, dass Praller immer mit Bravour und Weitblick die Stundenpläne erstellt habe und bescheinigten ihr gute Laune in allen Lebenslagen. "Du hast vielen Kindern soziale Werte vermittelt und die Schüler nicht als reine Notenempfänger gesehen", lobte Bürgermeister Michael Bauer. Als Gemeinderätin habe sie für die Schulsanierung viele Ideen eingebracht und Impulse gesetzt. Er dankte Praller mit Blumen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kinder das Wichtigste


"Du kannst auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken und hast deine Aufgaben mit großem Sachverstand bewältigt", lobte auch Rektorin Claudia Piehler ihre Stellvertreterin. Sie überreichte ihr eine Pinwand in Herzform, damit Praller darauf notieren könne, wann sie in der Schule vorbeischauen wolle. Die Klassen sangen: "Applaus, Applaus" und ließen Luftballons steigen. "Time to say Goodbye" für Praller, nicht jedoch ohne eine Bitte an ihre Schüler zu richten. "Mit 16 Jahren hatte ich ein Ziel: die Welt zu retten. Weil mir das nicht gelang, wollte ich als Lehrerin was Gutes tun, und seit 1979 rettete ich die Pirker Schüler." Auch im Gemeinderat habe sie versucht, die Schule zu retten, es wurde viel renoviert. "Das Wichtigste seid ihr gewesen. Nicht nur im Unterricht, auch für das Leben wollte ich euch Werte vermitteln. Ich habe viel zurückbekommen. Nun liegt es an euch, die Welt zu retten."
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