Chorleiter und Organisten sind an Weihnachten im Stress
Essen zwischen Messen

Egal ob Kirchenchor oder Teeniechor, Wolfgang Ziegler ist an Weihnachten ständig im Einsatz. Bild: du
Vermischtes
Pirk
24.12.2015
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Richtig Weihnachten ist am ersten Feiertag.

Die Christ- oder Kindermette gehört für viele Menschen genauso zum Weihnachtsfest wie der Christbaum. Oft vergessen die Kirchenbesucher aber, dass hinter so einem Gottesdienst viel Arbeit steckt. Vor allem für die Leiter der Chöre ist der Weihnachtsabend oft alles andere als entspannt.

/Schirmitz. "Richtig Weihnachten ist am ersten Feiertag", erzählt Kerstin Kiener. Sie leitet seit 2011 die Pirker "ChorKids" und seit 2014 den Kirchenchor. Beide Ensembles sind am 24. Dezember im Einsatz: die Kleinen am Nachmittag, die Großen am Abend. Kiener ist immer mit dabei. "Es ist hektisch", sagt sie.

Am Heiligabend fängt sie kurz nach 15 Uhr mit den Vorbereitungen für die Kindermette an, Feierabend hat sie erst nach dem großen Gottesdienst, der um 22 Uhr beginnt. Damit das gemeinsame Weihnachtsfest nicht unter Kieners Engagement leidet, hat sie sich mit ihrer Familie arrangiert: "Wir essen in aller Ruhe gemeinsam zu Mittag." Nach der Kindermette gebe es dann die Bescherung. "Nachdem ich wegen den Gottesdiensten zweimal weg muss, ist es so am einfachsten", betont sie.

Ähnlich pragmatisch ist Wolfgang Ziegler. "Ruhig wird es erst nach dem zweiten Feiertag", erklärt er. Bis dahin ist der Verantwortliche für den Kirchenchor sowie den Teeniechor Schirmitz ziemlich eingespannt. "Am 24. beginnen wir um 9 Uhr mit den Vorbereitungen." Mit "wir" meint er sich und seine Frau Sieglinde, die zum einen für die Instrumentalgruppe zuständig ist, die den Kirchenchor musikalisch unterstützt, und zum anderen selbst mitsingt.

Atmosphäre wirken lassen


Essen und Bescherung finden bei den Zieglers ebenfalls zwischen den Gottesdiensten statt. Seitdem die Kinder erwachsen sind, sei es einfacher. "Man muss das Schöne vom Gottesdienst aufnehmen, die Atmosphäre wirken lassen. Das ist für mich Weihnachten", fährt Ziegler fort, der auch an den Abenden beider Feiertage in der Kirche steht. Er könne sich nicht beschweren, in vielen Berufsgruppen sei es schließlich normal, über Weihnachten zu arbeiten.

"Ich singe seit meiner Jugend im Kirchenchor", erzählt Ulrike Schwab, die eben diesen in St. Martin (Luhe) leitet. Egal ob Ostern oder Weihnachten, sie sei es gewohnt, an solchen Festen mehrere Tage hintereinander "voll im Einsatz" zu sein. "Es ist stressig, aber schön. Es kommt viel zurück." Essen und Bescherung gibt es auch bei Familie Schwab zwischen den beiden Gottesdiensten.

Ganz entspannt hingegen ist Karin Schönberger, Organistin in Bechtsrieth. Dort gibt es am Heiligen Abend nur noch eine Messe - heuer erstmals für Kinder und Erwachsene um 16 statt um 20 Uhr. "Dann spiele ich noch jeweils einmal am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag und heuer dann eben auch noch am Sonntag."

Von Kirche zu Kirche


Schönberger, die seit 1983 an der Bechtsriether Orgel sitzt, weiß aber auch, wie es ist, von Kirche zu Kirche zu fahren. Als es St. Augustin noch gab, sei sie nach der Messe in Bechtsrieth schnell ins Auto gesprungen, um dann dort noch zu spielen. Das Orgelspiel an Weihnachten möchte sie aber nicht missen. "Ein Heiliger Abend ohne dass ich selbst spiele, ist kein Heiliger Abend."
Richtig Weihnachten ist am ersten Feiertag.Kerstin Kiener, Organisin in Pirk
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