Erfolg für Girls’ Day
Schon seit mehr als zehn Jahren gibt es den Girls’ Day. Später kam der Boys’ Day dazu.

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Pirk
20.02.2016
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Schon seit mehr als zehn Jahren gibt es den Girls' Day. Später kam der Boys' Day dazu. Die Aktionstage wollen dafür werben, dass das geschlechtsspezifische Berufswahlverhalten allmählich aufgeweicht wird. Ein Erfolgsbeispiel wurde jetzt präsentiert.

Am 28. April starten wieder die Aktionstage Girls' Day und Boys' Day. Schülerinnen sollen technisch oder naturwissenschaftlich ausgerichtete Berufe und Schüler die Erziehungs-, Sozial- und Gesundheitsberufe kennenlernen. Die Pressekonferenz zum Auftakt war in den Räumen von Constantia Hueck Folien in Pirk.

Im Mittelpunkt stand Kathrin Drechsel. Sie ist bei Constantia Medientechnologin-Druck, ein Job mit hohem Männeranteil. "Meinen Beruf habe ich am Girls' Day 2011 kennengelernt", berichtet die junge Frau. Zusammen mit einer Schulkameradin hatte die damalige Schülerin der Mädchen-Realschule Waldsassen den Girls' Day bei Constantia verbracht. "Wir hatten großen Spaß, denn wir durften damals sehr viel mit Farben gestalten", erzählt Drechsel.

Ihr Interesse am Beruf Medientechnologin/Druck war geweckt. Es folgte ein Praktikum. Weil dies für beide Seiten - Betrieb und Schülerin - überzeugend verlief, kam es zur Bewerbung und Einstellung. Längst hat die junge Frau ihren Berufsabschluss absolviert und arbeitet derzeit sogar auch in Nachtschicht. Stolz darauf ist auch ihr Ausbilder Horst Eismann. Ganz generell stellt er fest: "Frauen haben das bessere Farbunterscheidungsvermögen."

Musterbeispiel


Laut Personalreferentin Cornelia Uschold bietet Constantia jedes Jahr 15 Schnupperplätze am Girls' Day an und findet fast immer 2 bis 3 Bewerberinnen für Medientechnologie-Druck. Für Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit, ist Drechsel ein Musterbeispiel für den Erfolg der Aktionstage. Salfetter zitiert auch aus einer bundesweiten Erhebung. Danach erhalten 33 Prozent der am Girls' Day beteiligten Unternehmen Bewerbungen von ehemaligen Teilnehmerinnen. 21 Prozent stellen diese dann tatsächlich ein. Ursächlich für diese Erfolge sei auch, dass in den gewerblich-technischen Berufen meist sehr gute Verdienstmöglichkeiten für Frauen bestehen.

Noch nicht ganz so erfolgreich sei allerdings der Boys' Day, "doch den gibt es ja noch nicht so lange", meint Salfetter. Beim neuen Anlauf für die Aktionstage in diesem Jahr haben bisher über 80 Unternehmen und Institutionen 500 Plätze für Mädchen und 250 Plätze für Jungen zur Verfügung gestellt. Sie verteilen sich auf die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth, die Stadt Weiden und angrenzende Regionen.

Appell an Firmen


Monika Langner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden, und Salfetter hoffen, dass sich noch mehr Firmen und Institutionen an den Aktionstagen beteiligen. "Öffnen Sie am 28. April ihre Labore, Büros und Werkstätten", appellieren die beiden an die Betriebe. Das Verfahren, sich am Girls'- oder Boys' Day zu beteiligen, sei sehr einfach. Unter www.girls-day.de oder unter www.boys-day.de stellen Institutionen ihr Angebot vor, und Schüler tragen ihren Platzwunsch ein.
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