Job und Familie kein Widerspruch
Gesellschaft muss familienfreundlicher werden

Die Sprecherinnen des Bündnisses für Familie, Johanna Hauer (Zweiter von links), Margot Salfetter (Dritte von links) und Monika Langner (hintere Reihe, Zweite von links), sowie die Referenten des DGB und die Vertreter der Preisträgerunternehmen des Johanna-Frank-Wettbewerbs waren Hauptakteure des Business-Frühstücks für Mitglieder der Betriebs- und Personalräte. Bild: sbü
Vermischtes
Pirk
30.04.2016
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Dass die Gesellschaft insgesamt familienfreundlicher werden muss, haben Wissenschaftler und Politiker längst erkannt. Nachholbedarf gibt es aber noch in vielen Firmen. Personal- und Betriebsräte können dabei helfen.

Erstmals hatte das Bündnis für Familie im Landkreises Neustadt und in Weiden Betriebs- und Personalräte eingeladen. Sie sollten über neue Ansätze und Ideen für eine familienfreundliche Personalpolitik informiert werden. Schließlich gewinnt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die zukünftige Arbeitswelt ständig wachsende Bedeutung.

Das Business-Frühstück veranstalteten Monika Langner und Johanna Hauer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt zusammen, mit Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Weiden, bei Constantia Hueck Folien in Pirkmühle. Die drei Frauen sind die Sprecherinnen des 2009 gegründeten Bündnisses für Familie.

In ihren Vorträgen zeigten die Sprecherinnen die Möglichkeiten und Ansatzpunkte für familienfreundliche Personalpolitik ausführlich auf und nahmen auf zahlreiche Praxisbeispiele Bezug. Vorgestellt wurden Einzelmaßnahmen in den Themenfeldern Arbeitszeitgestaltung, Betreuungsangebote, Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen, Arbeitsorganisation, Kommunikation und Personalplanung und -entwicklung.

Viele Ansatzpunkte


Die verteilte lange Liste enthielt Praxisbeispiele der Teilnehmer am Wettbewerb Johanna-Frank-Preis 2015 für familienfreundliche Unternehmen (wir berichteten). Zu sehen war, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sich heutzutage als Thema an Frauen und Männer in gleichem Maße richtet.

Dass familienbewusste Personalpolitik noch stärker in die Öffentlichkeit getragen werden müsse, forderte Helmut Fiedler als DGB-Stadtverbandsvorsitzender Weiden. Dafür müsse bei Arbeitgebern und Betriebsräten geworben werden. Für beide hätte eine familienfreundliche Personalpolitik großer Bedeutung, führte Fiedler aus und begründete dies mit Argumenten wie Fachkräftebindung, Betriebsattraktivität, gesellschaftliche Verantwortung, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsleistung und Stressverminderung.

Fiedler zählte viele konkrete Einzelmaßnahmen zur Umsetzung der Familienfreundlichkeit auf, unter anderem Unterstützung der Kinderbetreuung, Arbeitszeitflexibilisierung oder Gleitzeit, Teilzeit zum beruflichen Wiedereinstieg während oder nach der Elternzeit, Weiterbildung während der Elternzeit oder Telearbeit im Home Office. Ansatzpunkte gebe es in großen wie auch in kleinen Betrieben.

Ähnlich wie Fiedler äußerte sich auch der Neustädter DGB-Kreisverbandsvorsitzende Josef Bock. "Noch vor wenigen Jahren war ein Mann, der Elternzeit macht, karrieremäßig tot", wusste Bock und forderte: "Kinderkriegen muss normal sein in Familie und Beruf." Auch die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen und feste berufliche Perspektiven ohne Befristungen oder Leiharbeit seien Maßnahmen der Familienfreundlichkeit.

Fiedler und Bock lobten die bei der Veranstaltung anwesenden Preisträger des letztjährigen Johanna-Frank-Preis- Wettbewerbs. Gekommen waren für die Constantia Heck Folien die Personalreferentin Cornelia Uschold, für BHS Corrugated der Personalleiter Manfred Riedl und Michaela Reger für Josef Reger Bau.

Neuer Wettbewerb


In Einzelreferaten berichteten die Preisträger über die familienorientierten Maßnahmen ihrer Unternehmen. So erhielten die Besprechungsteilnehmer viele Anregungen. Abschließend stellte Antonia Rupprecht von der "Servicestelle Familienpakt Bayern" die Unterstützungsmöglichkeiten ihrer Organisation (www.familienpakt-bayern.de) für Betriebe vor. Der Unternehmenswettbewerb "Erfolgreich. Familienfreundlich" für die 20 familienfreundlichsten Unternehmen Bayerns wird in diesem Jahr erstmals durchgeführt. Im kommenden Jahr soll auch wieder der Johanna-Frank-Preis ausgeschrieben werden.
Noch vor wenigen Jahren war ein Mann, der Elternzeit macht, karrieremäßig tot.Josef Bock, Neustädter DGB-Kreisverbandsvorsitzender
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