Pirk weist ein neues Baugebiet aus
Wohnen neben der Schule

Das neue Baugebiet "Pirk-Süd" hat eine weitere Hürde in seinem Planungsfortschritt genommen. Die Anregungen des Landratsamtes hatten meist nur redaktionelle Bedeutung. Bild: bey
Vermischtes
Pirk
28.01.2016
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Die Ausweisung des neuen Baugebietes "Pirk-Süd" hat eine weitere Hürde genommen. Bei der Auslegung der Pläne sind von privater Seite keine Einwände vorgebracht worden.

Planfertiger Gottfried Blank verlas die Stellungnahme des Landratsamtes mit Hinweisen, die als redaktionelle Änderungen zu verstehen sind. Der Bauzwang wird entsprechend der Ansicht des Landratsamtes aus dem Bebauungsplan herausgenommen, bleibt aber Inhalt der notariellen Kaufverträge. Ebenso werden die Käufer der Grundstücke auf mögliche Beeinträchtigungen durch die angrenzende Josef-Faltenbacher-Schule, den Kindergarten und die landwirtschaftliche Nutzung von Grundstücken hingewiesen. Der Gemeinderat fasste den Feststellungsbeschluss am Ende einstimmig.

Eine längere Diskussion entspann sich über die zulässige Wandhöhe in einem neuen Wohnhaus an der Magdeburger Straße. Bei der Voranfrage im Juli 2015 zeigte sich eine Abweichung gegenüber dem Bebauungsplan "Am Kapellenweg II". Das Landratsamt Neustadt/WN bemängelte, dass die Festsetzung der Wandhöhen auf 5,75 Meter nicht nachvollziehbar sei. So werde bei der Parzelle von einer Wandhöhe, gemessen von der Oberkante Kreisstraße, ausgegangen. Die Zufahrt erfolgt aber über die Magdeburger Straße. Bürgermeister Michael Bauer sprach sich dafür aus, den Bebauungsplan zu ändern und für die Bauparzellen 3 und 5 bei der Wandhöhen-Berechnung den Begriff "Oberkante Straße" zu verwenden.

Gemeinderat Lorenz Gebert meinte, dass bei Erlass des Bebauungsplanes Gründe maßgeblich gewesen müssten, für zwei Grundstücke als Berechnungspunkt die Kreisstraße heranzuziehen. Zweiter Bürgermeister Alexander Radlbeck vertrat die Ansicht, dass der Bezugspunkt Kreisstraße bewusst gewählt worden sei. Mit 7:5 Stimmen entschied der Gemeinderat schließlich dennoch, dem Vorschlag des Bürgermeisters zu folgen und den Begriff "Kreisstraße" durch "Straße" zu ersetzen und davon ausgehend eine Wandhöhe von 5,75 Meter zuzulassen.

Einstimmig erteilte der Gemeinderat das baurechtliche Einvernehmen für die Erweiterung des Wohnhauses auf dem Grundstück Flurnummer 84, Gemarkung Pirk, Sperberweg.

Ja zu neuer Lagerhalle


Ohne Gegenveto stimmte der Gemeinderat für den Vorbescheid für eine neue Lagerhalle mit Betriebsleiterwohnung und Büro an der Rothenstädter Straße. Die Gemeinde Pirk wird die Möglichkeit für einen Anschluss an Wasserversorgung und Kanal schaffen. Die weiteren Anschlussarbeiten muss der Antragsteller auf eigene Kosten durchführen. Geklärt werden muss außerdem die Leistungsfähigkeit des gemeindlichen Kanals zur Aufnahme der Abwässer bei Starkregen oder Rückstau im Kanal.

Neuer Dorfplatz wird teurerBei der Umgestaltung des Dorfplatzes muss die Gemeinde Pirk unerwartet tiefer in die Tasche greifen. Insgesamt betragen die Mehrkosten rund 60 000 Euro gegenüber der groben Kostenschätzung vom September 2015. Das begründete in der Gemeinderatssitzung Dipl.-Ing. Herbert Käs vom planenden Ingenieurbüro mit dem Ergebnis eines Bodengutachtens.

Unter anderem müssen Wasserentnahmemöglichkeiten bei Veranstaltungen im Bereich des Dorfplatzes geschaffen werden. Dipl.-Ing. Käs hatte dafür drei Stellen vorgesehen (je rund 18 000 Euro). Nach kurzer Diskussion entschied der Gemeinderat, nur zwei statt drei Entnahmestellen aus dem öffentlichen Leitungsnetz einzurichten, um den Kostenanstieg in Grenzen zu halten.

Mehrkosten verursacht zudem teer- und pechhaltigem Material, das entsorgt werden muss. Bei Bohrungen sei dieses Material im Untergrund festgestellt worden, erklärte Käs. Die schadlose Beseitigung kann in der Steinmühle Tirschenreuth erfolgen. Dafür hat der Ingenieur 41 000 Euro Kosten angesetzt. Mit diesem Aufwand, einschließlich des Ausbaues des Materials aus dem Straßenkörper mit Kosten von 35 000 Euro, erfahre die Gemeinde eine "unangenehme Überraschung", meinte Bürgermeister Michael Bauer.

Noch ein Punkt, der zu Buche schlägt: Die Verkehrsführung muss während der Bauarbeiten aufrechterhalten werden, weil das Staatliche Bauamt eine Vollsperrung ablehnt. Das verursacht Kosten in Höhe von 10 000 Euro.

Mit 12:1 Stimmen entschied sich der Gemeinderat, dem geänderten Bauentwurf einschließlich der erhöhten Kosten zuzustimmen, aber nur zwei Wasserentnahmestellen einzurichten. (bey)
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