"Pirker Brettl" glänzt mit "Frühlingserwachen"
Zwei Unterhosen am Maibaum

Frühlingserwachen in Pirk. Die Akteure des "Pirker Brettl" begeistern in zehn ausverkauften Vorstellungen etwa 2000 Besucher im Pfarrheim. Bild: fz
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Pirk
02.05.2016
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Zwischen Regensburg und der Schirmitzer Ampel begeistert ein berühmtes Ensemble in einem Dorf, das eine Bürgermeisterin namens Michaela Bauer hat, die sich als Rockerbraut wohler fühlt und auf die nächste Wahl pfeift. Es ist "Brettl"-Zeit in Pirk.

Das turbulente Theaterstück "Frühlingserwachen" würde sicherlich auch in der exakten Fassung von Regina Rösch drei Stunden beste Unterhaltung bieten. Das aber reichte den Darstellern des "Pirker Brettl" um Thomas Fritsch nicht. Sie polierten die Komödie mit einem ordentlichen Schuss Lokalkolorit auf, und aus dem Frühlingserwachen in Pirk wird ein Knüller.

Liebevoll versorgt


Das beginnt schon bei der Begrüßung durch Stephan Schieder als Chef der Altpirkbrettl-Feierwehr in alter Uniform und Trompete: "Guten Abend und Grüß Gott in diesem Pfarrheim, für was G'scheites war der Geldbeutel zu klein und so wimmelt es zwischen Musik und Essensresten vor Theatergästen."

Alles beginnt mit den Herren Aumüller und Dürr, die wie jeden Tag nach einem stressreichen Tag liebevoll von ihren Ehefrauen empfangen und versorgt werden. Das ist auch dringend nötig, denn beide sitzen jede Nacht beim Meißner-Sepp in der Schupf'n und bewachen den Maibaum. Zusammen mit dem Dienst im Amt und der nebenberuflichen Schwarzbrennerei von Schnaps eine unmenschliche Belastung. Dann kommen mitten in einem überlebenswichtigen Fußbad der Ehemänner Marie und Luise Seidenbacher mit ihrer Nachricht ins Spiel, die die Komödie so richtig in Gang setzt.

Beim "Beck'n" haben sie mitgekriegt, wie der Lothar eine Wurstplattenbestellung vom Bischof aufgenommen hat, die ein Mesner abholen wird. Beide wollen angeblich in ein leerstehendes Haus einziehen. Nach diversen Nachforschungen wird das Gerücht bestätigt und der Empfang vorbereitet.

Die Herren entpuppen sich aber nicht als kirchliche Würdenträger, sondern als Rudolf Bischof und Reinhold Mesner. Sie haben im Gegensatz zu den von allerlei Wehwehchen geplagten und nach Kamillentee rufenden Ehemännern Aumüller und Dürr noch Feuer im Hintern.

Nächtliche Eskapaden


Als diese zum Preisschafkopf ins Sportheim aufbrechen, ergreifen die braven Ehefrauen und auch die in rosa gekleideten weiblichen Restposten Marie und Luise Seidenbacher die Chance, den beiden Neupirkern einen nächtlichen Besuch abzustatten. Hier überschlagen sich die Ereignisse, die darin gipfeln, dass am frühen Morgen zwei Unterhosen an den Maibaum genagelt sind. Thomas Fritsch spielte sich als Aumüller förmlich in Rage und riss das Ensemble mit seiner Spielfreude mit.

Die DarstellerKarl-Heinz Aumüller (Thomas Fritsch), Rosemarie Aumüller (Alexandra Bock), Gottfried Dürr (Andreas Albrecht), Irmtraud Dürr (Marion Gatz), Marie Seidenbacher (Annette Frischholz), Luise Seidenbacher (Doris Albrecht), Rudolf Bischof (Karl Wittmann), Reinhold Mesner (Stephan Schieder). (fz)
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