Flurbereinigung Pirk startet als Unternehmensverfahren
Schlussstrich nach 30 Jahren

Bürgermeister Michael Bauer dankt Hans Kick (links) und Bauoberrat Erwin Michl (rechts) für das jahrzehntelange Engagement bei der Flurbereinigung Pirk. Bild: bey
Wirtschaft
Pirk
12.09.2015
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Es hat über drei Jahrzehnte gedauert: Am 16. März 1984 wurde die Flurbereinigung Pirk als sogenanntes Unternehmensverfahren gestartet. Eine Bezeichnung dafür, dass es von höherer Stelle angeordnet worden war. Jetzt ist es beendet.

Im Sitzungssaal des Pirker Rathauses trafen sich vor kurzem Bürgermeister Michael Bauer, Bauoberrat Erwin Michl, der Projektleiter vom Amt für Ländliche Entwicklung, Hans Kick und die Vorstandsmitglieder, um über das Ende des Verfahrens formell zu beschließen. Dennoch wird es mit den Projekten Dorfplatz am Rathaus Pirk, Platz an der Kirche, Vorplatz des Feuerwehrhauses und Salzstraße noch Maßnahmen geben, die im Zuge der Dorferneuerung laufen.

Das Ergebnisprotokoll

Das vor über 30 Jahren eingeleitete Verfahren umfasste eine Fläche von 1078 Hektar, vier Siedlungseinheiten, 413 Besitzstände und 778 Beteiligte. Damit gehörte das Verfahren zu den Größten, die jemals vom Amt für Ländliche Entwicklung abzuarbeiten waren. Die Liste der neu entstandenen gemeinschaftlichen Anlagen ist entsprechend lang: 2160 Meter Gemeindeverbindungsstraßen, 2180 Meter Ortsstraßen, 26 980 Meter öffentliche Feld- und Waldwege, 4915 Meter unbefestigte Waldwege, naturnaher Ausbau von Gräben, die Errichtung von Teichen und einem Storchenbiotop, Obstbaum- und Baumpflanzungen, 3415 Meter Heckenpflanzungen und viele weitere Maßnahmen sind im Ergebnisprotokoll enthalten.

Besitz bereits übergegangen

4 258 000 Euro hat die Flurneuordnung gekostet, für die von den Landwirten 271 000 Euro aufgebracht wurden, Zuschüsse in Höhe von 3 362 000 Euro geflossen sind und Dritte wie die Gemeinde oder Autobahndirektion Nordbayern 625 000 Euro beigetragen haben. Für die reine Dorferneuerung gab es 1 213 000 Euro.


Großes Engagement der Vorstandsmitglieder

Der Besitz an den neugeordneten Grundstücken ist bereits am 1. November 2003 auf den neuen Eigentümer übergegangen. Bürgermeister Michael Bauer dankte bei der Abschlusssitzung den Vorstandsmitgliedern für ihr jahrzehntelanges Engagement, das angesichts der normalen täglichen Arbeit nicht leicht gewesen sei. Die Gemeinde Pirk habe von dem Flurbereinigungsverfahren gerade im Bereich der Trebsauer Straße in großem Umfang profitiert, zeigte sich das Gemeindeoberhaupt erfreut. Wer die Waldwege benutze, erkenne im Vergleich zu anderen Kommunen die deutlich sichtbaren Unterschiede, lobte Michael Bauer. Dank der Flurbereinigung sei es der Gemeinde Pirk auch möglich gewesen, in den Radwegebau einzusteigen.

Hans Kick als örtlicher Beauftragter dankte seinen Vorstandsmitgliedern für die gelungene Zusammenarbeit. Der Vorteil für Landwirte durch die Flurbereinigung zeigte sich nach den Worten Hans Kicks in den Einsparungen: Rund 100 Euro Ausgaben pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche können aufgrund der zusammengelegten Flächen eingespart werden.

Lob vom Bauoberrat

Bauoberrat Erwin Michl begründete die Dauer des Verfahrens mit der Erstellung eines umfangreichen Wegenetzes aber auch mit dem organisatorisch bedingten Umzug seiner Behörde nach Tirschenreuth. Ausdrücklich lobte der Bauoberrat das gute Verhältnis zur Gemeinde Pirk und zu den Trägern öffentlicher Belange. Der Dank Erwin Michls galt der Gemeinde, dem örtlichen Beauftragten Hans Kick, den Wegebaumeistern Georg Kick und Johann Pausch. Nicht vergessen wurden aber auch die verstorbenen Vorstandsmitglieder: Zu ihrem Gedenken erhoben sich die Versammelten.
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