Wendel-Gruppe will langfristige Beteiligung - Investor kauft Mutter des Verpackungsspezialisten ...
Constantia Hueck in französischer Hand

Ein Mitarbeiter überprüft Folien mit Osterhasenmotiven im Verpackungsfolien-Werk von Constantia Hueck in Pirk (Kreis Neustadt/WN). Das Unternehmen beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Bild: dpa
Wirtschaft
Pirk
27.12.2014
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Künftig richten sich alle Augen auf die Zentrale der Wendel-Gruppe in Paris, wenn es um die Entwicklung der Betriebe des österreichischen Verpackungsherstellers Constantia Flexibles geht, zu dem auch Constantia Hueck in Pirk (Kreis Neustadt/WN) gehört. Der neue Eigner versteht sich als langfristiger Investor und als "hands-on investor", das heißt als ein Investor, der auf das Geschick seiner Unternehmen und Beteiligungen Einfluss nehmen will.

Wendel unterstütze marktbeherrschende Unternehmen bei der "langfristigen Entwicklung", damit diese ihre Stellung ausbauen könnten. Darauf weist auch Thomas Unger, Vorstandsvorsitzender der Constantia Flexibles, in einem Brief an die 8000 Mitarbeiter seines Unternehmens hin. Seit Juli hat es Verkaufsgerüchte gegeben, nachdem der für 2013 geplante Börsengang abgesagt worden war. Die Franzosen und die bisherigen Eigentümer, der Finanzinvestor One Equity Partners (75 Prozent), ein Ableger der amerikanischen Großbank JP Morgan, und die H. Turnauer Stiftung (15 Prozent) besiegelten den Kaufvertrag am Tag vor dem Heiligen Abend (wir berichteten).

Der Kaufpreis von 2,3 Milliarden Euro entspricht dem Neunfachen des Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte), teilte Wendel mit. Darin enthalten ist offensichtlich die Übernahme der Kredite in Höhe von knapp einer Milliarde Euro. Der Kauf soll im ersten Halbjahr 2015 abgeschlossen werden. Noch steht die Genehmigung durch die Kartellbehörden aus. Zudem verhandeln Wendel und die H. Turnauer Stiftung über eine Kooperation oder einen Wiedereinstieg der Stiftung. Die Geschichte der an der Pariser Börse notierten Wendel-Gruppe reicht mehr als 300 Jahre zurück. Noch heute sind Mitglieder der Familie des gleichnamigen Gründers an der Gesellschaft beteiligt und in den Aufsichtsgremien vertreten. Wendel hatte vor einem Jahr angekündigt, bis zum Jahr 2017 zwei Milliarden Euro in Unternehmen zu investieren.
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