Bildervortrag über Karl IV.
Hochintelligent und religiös

Otto Walbrunn referierte im Stadtmuseum über Karl IV. Bild: tu
Kultur
Pleystein
24.10.2016
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Große Resonanz fand der aussagekräftige Bildervortrag von Otto Walbrunn aus Schwandorf mit dem Titel "Karl IV. - Böhmischer König und Römisch-deutscher Kaiser" im voll besetzten Kultursaal des Stadtmuseums. Der Museumsarbeitskreis hatte zum Vortrag eingeladen.

Der pensionierte Oberstudiendirektor und gebürtige Pleysteiner, der wegen seiner Fotopräsentationen und Referate nicht nur in der Oberpfalz einen sehr guten Ruf genießt, ist auch ein ausgezeichneter Kenner Tschechiens, wohin ihn schon viele Studienreisen geführt haben. Sein bebilderter Beitrag war am Sonntag ein geschichtlicher Leckerbissen auf hohem Niveau.

"2016 jährt sich zum 700. Mal der Geburtstag des hochgeschätzten Kaiser Kar IV. Er wurde am 14. Mai 1316 in Prag geboren und stammte aus dem Geschlecht der Luxemburger. Als böhmischer König rückte er 1346 in die Reichsherrschaft ein, zunächst als Gegenkönig von Ludwig dem Bayern", informierte der versierte Referent. Karl IV. habe sich dann als einer der friedliebensten und klügsten Herrscher auf dem Thron erwiesen und habe zu den herausragenden Kaisern des Spätmittelalters sowie zu den einflussreichsten europäischen Herrschern jener Zeit gehört.

Aus dem Sattel regiert


Seinen böhmischen Herrschaftssitz Prag habe er zu einer blühenden Metropole entwickelt, wiewohl er nach wie vor im Reich aus dem Sattel regiert habe. "Für die Ausfertigung der ,Goldenen Bulle' erntete er viel Lob von den Historikern. Seine Gralsburg Karlstein stellt sich heute als Besuchermagnet dar", fuhr Walbrunn fort. Der Kaiser sei gebildet, sprachenkundig, vielseitig interessiert und sehr religiös gewesen. Sein Privatleben habe alle Höhen und Tiefen mit sich gebracht. Unstrittig sei, dass Karl IV. hochintelligent und ein ausgezeichneter Diplomat gewesen sei und dass er Künste und Wissenschaften gefördert habe. In positiven Würdigungen werde er als der größte römisch-deutsche Kaiser des Spätmittelalters bezeichnet. Seine Regierungszeit werde als der letzte Höhepunkt des alten Reichs im Mittelalter empfunden.

Nach seinem Tod am 29. November 1378 sei sein Leichnam elf Tage lang im Auditorium der Prager Burg aufgebahrt gewesen. Vier Tage hätten die anschließenden Begräbnisfeierlichkeiten gedauert. Im Veitsdom sei er dann beigesetzt worden.

Das tschechische Volk habe in ihm vor einigen Jahren die bedeutendste Persönlichkeit ihrer Geschichte erkannt. Starker Beifall des begeisterten Publikums dankte dem weit gereisten Autoren für diesen fotografischen und informativen Hochgenuss. Arbeitskreisleiterin Christa Walbrunn und Annemarie Woppmann überreichten Walbrunn ein Präsent.
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