"Grabmusik" in Pleystein
Leidenschaftliche Interpretation

Die "Grabmusik" wurde am Karfreitag durch die erstklassige Interpretation des Kirchenchores und des Orchesters unter der Gesamtleitung von Alexander Völkl für die Besucher in der Pfarrkirche St. Sigismund zu einem kirchenmusikalischen Ohrenschmaus. Bild: tu
Kultur
Pleystein
29.03.2016
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"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Der musikalischen Eingebung eines unbekannten Komponisten vor Jahrhunderten verdankt die Pfarrei Pleystein ein Werk, das einmalig ist und das sich seit Generationen großer Beliebtheit erfreut: die "Grabmusik" am Karfreitag.

Dieses Oratorium stellt einen klanglichen Gegensatz zum jubilierenden Bekenntnis der österlichen Gesänge dar. Das Thema "Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuze" - in der Rosenquarzstadt seit über 260 Jahren aufgeführt - wurde auch heuer wieder durch die erstklassige Interpretation des Kirchenchores und des Orchesters unter der Gesamtleitung von Alexander Völkl für die Besucher aus der Region in der neugotischen Pfarrkirche St. Sigismund zu einem wahren kirchenmusikalischen Ohrenschmaus. Die Präsentation dieser Leidenskantate fand im Altarraum statt.

Das zweite Wort lautet "Fürwahr, ich sag' es dir. Heute wirst du bei mir im Paradiese sein", das dritte "Weib - Hier siehe deinen Sohn, und du siehe deine Mutter", das vierte "Mein Gott, mein Gott - Warum hast du mich verlassen?". Alexander Völkl leitete Chor und Orchester wieder mit sicherer Hand. Tonführung, präzise Rhythmik und der gezielte Einsatz von Lautstärke machten die Tragik der Ereignisse auf dem Kalvarienberg nahezu spürbar.

So wurden die inhaltsschweren und in Noten gefassten Worte, die Jesus in seiner Todesstunde kund tat, nachhaltig interpretiert, so auch das fünfte Wort "Menschen, Menschen, lasset Mitleid euch erweichen!", das sechste "Es ist vollbracht" und das siebte "Vater, in deine Hände empfiehl ich meinen Geist". Die Geigen sowie der Streichbass erzeugten eine dramatische Spannung, die durch den Einsatz der Bläser noch eine Steigerung erfuhr.

Sehr gutes Zusammenspiel


Das vorzüglich agierende Ensemble setzte sich aus Willibald Wirth und Reinhold Maß (erste Violine), Karl Brenner und Sophia Kirschsieper (zweite Violine) sowie Dr. Hans Kirschsieper (Bratsche), Michael Götz (Kontrabass), Andreas Wach und Anja Schön (Klarinette) sowie Tobias Schulz und Markus Schulz (Waldhorn) zusammen. Für den Dirigenten Alexander Völkl, die 23 Chormitglieder und für die 10 Instrumentalisten sind die vermutlich aus Böhmen stammenden ursprünglich handgeschriebenen Notenblätter eine Besonderheit.

Die Zuhörer aus dem Landkreis Neustadt/WN und aus der Stadt Weiden genossen die unvergleichliche Darbietung dieser vertonten Passionsgeschichte.
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