Männergesangverein 1895 Pleystein überzeugt beim Leistungssingen
Chor beim Leistungssingen top

Kultur
Pleystein
25.11.2016
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Gegen den Trend, dass immer mehr Männerchöre aussterben, behauptet sich der Männergesangverein 1895 Pleystein. Sein musikalisches Niveau demonstriert er beim Leistungssingen des Fränkischen Sängerbunds (FSB) in Sulzbach-Rosenberg. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Unter den 18 teilnehmenden Vokalensembles aus Nordbayern schafften es die Pleysteiner mit 21 von 25 möglichen Punkten unter die besten Fünf. Die Jury bewertete die Aufführung mit "sehr gut". Das überregionale Leistungssingen ist beileibe kein Selbstläufer: vier bekannte Singgemeinschaften fielen durch.

Zum zweiten Mal in seiner 121-jährigen Geschichte nahm der MGV auf Anregung des Ehrenvorsitzenden des Sängerkreises Nordoberpfalz, Herbert Kick, nach der erfolgreichen Premiere 2006 an einem Leistungssingen des Fränkischen Sängerbunds teil. Dieser Wettstreit für alle Chorgattungen im zweijährigen Turnus ist in die Leistungsstufen C (mittelschwer), B (schwer) und A (sehr schwer) unterteilt.

Einzige Oberpfälzer


Die Pleysteiner waren als einziger Verein aus der Oberpfalz mit von der Partie. Die 38 Sänger und ihr Dirigent Alexander Völkl behaupteten sich in der Leistungsstufe C in glänzender Manier. Der MGV kann nun für fünf Jahre in seinem Namen die Zusatzbezeichnung "Leistungschor" führen. Im sechsten Jahr muss die Auszeichnung neu erworben werden.

Die Jury setzte sich aus den zwei externen Mitgliedern Benedikt Boßle, Direktor der Berufsfachschule für Musik, Bezirk Oberpfalz, und Eva-Maria Atzerodt, Landesbeauftragte für bayerische Schulchöre, sowie aus dem internen FSB-Bereich mit Bundeschorleiter Professor Matthias Beckert sowie den beiden stellvertretenden Bundeschorleitern Wolfram Brüggemann und Heinz Pallor zusammen. Zu den Beurteilungskriterien gehörten die technische Ausführung wie Intonation, Rhythmik, Phrasierung und Artikulation, die künstlerische Ausführung wie Zeitmaß, Agogik, Dynamik, Textinterpretation, Stiltreue, Chorklang und Suggestivität. Alle Werke waren a cappella zu singen: ein Pflichtstück, das der Musikausschuss des FSB vorgegeben hatte, sowie zwei Wahlstücke.

Diesem Meilenstein in der Vereinsgeschichte waren in den vergangenen sechs Monaten viele Proben vorausgegangen. Die Akteure erbrachten so manche Freizeitopfer. Sie tauschten Arbeitsschichten, die auswärts studierenden oder arbeitenden Mitglieder unternahmen Sonderfahrten nach Pleystein.

Der langjährige musikalische Chef des Fränkischen Sängerbunds, Karl-Heinz Malzer, ein gebürtiger Pleysteiner und seit einigen Monaten in seiner alten Heimat auch aktives Chormitglied, stand dem MGV in dieser langen Übungsphase mit Rat und Tat zur Seite. Er übte intensiv mit dem Ensemble und gab wertvolle Tipps, um sich am "Tag der Entscheidung" möglichst gut darzustellen und zu behaupten.

Dickes Lob


Die vielen Proben hatten sich gelohnt. Im voll besetzten Auditorium in Sulzbach-Rosenberg präsentierte der MGV Pleystein als erster Chor bestens disponiert und unter der sicheren Stabführung von Völkl als Pflichtstück den Weinpsalm "Ergo bibamus" von Alwin Michael Schronen, als Wahlstücke das "Trinklied - Brüder, lasst uns lustig sein!" von Heinrich Marschner sowie "Abschied des Handwerksgesellen" von Friedrich Silcher.

Der Musikausschuss, der FSB-Präsident und die Zuhörer im Saal waren begeistert vom Auftritt der Sänger aus Pleystein. Sie zollten den MGV-Funktionären um Vorsitzenden Karl Herrmann ein dickes Lob für die zahlreichen jungen Vokalisten in ihrem Chor. Nach der Ankunft in der Heimat feierten die Sänger spontan im Vereinslokal Völkl den Titel.
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